Im Unterricht nicht allein auf die Toilette

Sonthofen/Oberallgäu (uw). Besorgnis löste bei Eltern die Information aus, ein unbekannter Mann habe in der Johann-Althaus-Volksschule in Sonthofen Schüler angesprochen. Schulleitung und Kollegium leiteten darauf zusammen mit der Polizei vorsorgliche Schritte in die Wege, die über das bestehende Sicherheitskonzept wie es sie an allen Schulen gibt hinausgingen. Unter anderem sah nun regelmäßig eine Zivilstreife nach dem Rechten. Nach bisherigen Ermittlungen in der Johann-Althaus-Volksschule sieht Sonthofens Polizeichef Karl Zirngibl eigentlich keine konkrete Gefährdung, will den Vorfall dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Was an dem Vorfall in Sonthofen dran ist, kann Zirngibl nicht sicher sagen. Es gebe drei Möglichkeiten: Entweder war ein fremder Mann in der Schule oder es war einer mit berechtigten Gründen (etwa ein Vater) oder es handelte sich um eine Fantasieerzählung. Unklar ist auch, ob es eine Verbindung zu dem Schwarzen Mann gibt, der angeblich im Dezember ein Kind an der Bushaltestelle angesprochen hatte. Zirngibl: Wir haben verschiedene Kinder befragt, doch die Antworten decken sich nicht. Schulleiterin Eva Schwägerl versteht die Sorge von Eltern, sieht aber nach den Ermittlungsergebnissen keinen Grund zur Hysterie. Als der Hinweis kam, folgten Dienstbesprechung, Elternbeiratssitzung und Infos für die Mütter und Väter. Die Schule versperrte die abgelegene Keller-Toilette. Schon vorher galt an der Schule: Auf die Toilette geht es möglichst nur in der Pause oder vor dem Unterricht. Muss jemand während der Stunde auf die Toilette, wird ein zweites Kind mitgeschickt.

Absperren lässt sich die Schule vormittags nicht unter anderem, weil auch die Hauptschule Räume nutzt. Allerdings fordert ein Schild am Eingang Besucher auf, sich bei Sekretariat oder Schulleitung anzumelden. Leider ignorierten das auch etliche Eltern, sagt Schwägerl. Während des Unterrichts nur zu zweit auf die Toilette das dürfte für Schulkinder wohl überall Standard sein. Am Gymnasium Immenstadt wird das vor allem in der Unterstufe, auf Wunsch auch später beherzigt. Die Mädchen wüssten das Angebot als Entgegenkommen zu schätzen und nutzten es nicht aus, sagt Direktor Georg Rinderle. Auch am Gymnasium ist es üblich, schulfremde Menschen in den Gängen hilfsbereit anzusprechen, wen sie denn suchen. Haben Schüler aber ein ungutes Gefühl, sollen sie das sofort im Sekretariat oder der Schulleitung melden. Rinderle würde am liebsten die Eingangstür zeitweise absperren, gerade nachmittags oder wenn der Hausmeister weg ist. Allerdings müsste dazu eine Klingel mit Sprechanlage und Videokamera eingebaut werden. Signale erkennen Ein Zehn-Punkte-Programm hat sich die Hauptschule Oberstaufen laut Schulleiter Ludwig Keller gegeben. Toiletten-Regelung und das Ansprechen schulfremder Menschen gehören ebenso dazu wie die Gewalt-Prävention. Die Lehrer achten darauf, ob Schüler besonderes Interesse an Waffen und Gewalt-Videos zeigen oder im Zorn Drohungen aussprechen. Keller: Wir wollen Signale frühzeitig erkennen. Wichtig seien auch die Eltern-Information, ob per Rundschreiben oder bei einem Infoabend wie heuer zum Thema sexueller Missbrauch.

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