Unterallgäu
Im Schichtbetrieb gegen Schnee und Eis

Leise rieselt der Schnee; ebenso lautlos überfriert Nässe. Geräuschvoll wirds, wenn gegen 5 Uhr in der Früh in Ottobeuren die Bauhofmitarbeiter in ihren drei Fahrzeugen ausrücken, um die weiße Pracht von den Straßen zu räumen. Etwas später startet laut Bürgermeister Bernd Schäfer der Fußtrupp, der dort ansetzt, wo Unimog (allradgetriebener Kleinlastkraftwagen) und großer Lkw keine Chance haben. Weil die Fahrzeuge keine Rückfahreinrichtung haben - also eine Vorrichtung, bei der Sitz, Armaturen und Lenkrad nach hinten gedreht werden können - werden Sackgassen ohne Wendemöglichkeit generell nicht angefahren, sagt der Rathauschef. Dabei sei die Unfallgefahr zu hoch.

Um die etwas mehr als 100 Kilometer Wegenetz - davon 58 Kilometer Ortsverbindungsstraßen - zu räumen, holt die Marktgemeinde den Maschinenring Memmingen ins Boot, der sich um die «sehr engen Bereiche auf gemeindlichen Grundstücken» mit kleinen Schleppern und Salzstreugeräten kümmert. Außerdem übernehmen Unternehmer und Landwirte gegen Bezahlung einen Teil der Strecke.

Bad Grönenbachs Bürgermeister Bernd Kerler weist daraufhin, dass die Gemeinde zwar dazu verpflichtet ist, Hauptverkehrsstellen, Fußgängerüberwege, Kurven, Steigungen und Bushaltestellen zu räumen, nicht aber Nebenstrecken oder Straßen in Wohngebieten. Vor allem die Außengebiete seien aber wichtig, um erreichbar zu bleiben. Zum Gemeindegebiet gehören 80 Kilometer Straßen.

«Wir haben im Jahr 2009 rund 80000 Euro für den Winterdienst ausgegeben und tun unser Möglichstes», so der Rathauschef. «Aber vor allem in Extremsituationen gibt es immer wieder Ärger in Richtung Gemeinde», sagt Kerler. Seiner Meinung nach sind die Leute mittlerweile einen hohen Standard gewöhnt, aber dass es von Oktober bis März auch mal mehr schneien kann, sei nichts Ungewöhnliches.

Probleme anderer Art

Probleme anderer Art haben die Autobahnmeistereien in Memmingen und Mindelheim, die für den Winterdienst auf der A7 (Memmingen) und der A96 (Mindelheim) verantwortlich sind. Immer wieder komme es vor, dass Autofahrer an den etwas über sieben Meter breiten Räumfahrzeugen rechts - also fast schon auf dem Standstreifen - vorbeiziehen. «Die bekommen dann den ganzen Schnee aufs Dach», sagt Markus Seitz, stellvertretender Leiter der Meisterei in Mindelheim mit einem gewissen Unverständnis.

Bisher nur Blechschäden

«Schnee und Matsch schlagen auf die Windschutzscheibe und die Scheibenwischer funktionieren ja auch nicht mehr richtig», ergänzt sein Kollege Stephan Edelmann, Chef der Autobahnmeisterei in Memmingen. Bisher habe es aber zum Glück nur Blechschäden gegeben. Die Autobahnmeistereien arbeiten im Dreischichtbetrieb, das heißt, rund um die Uhr. Wenn nachts die Standardbesetzung allein nicht mehr klarkommt, stehen daheim zwei Mann auf Abruf bereit.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018