| Von EVa-Maria Frieder
«Im Reich der Phantasie»

|Wilde Drachen speien Feuer, glitzernde Sterne regnen vom Himmel, Nebelgeister wabern aus verzauberten Flaschen: Im «Reich der Phantasie» kann man sich in düsteren Wäldern verlieren, auf Löwenzahnschirmchen in die Ferne fliegen und in geheimnisvolle Märchenwelten träumen. Eins ist sicher: Unberührt bleibt man nicht. Wer dieses Reich betritt, geht anders hinaus, als er hereingekommen ist - nachdenklicher, heiterer, verträumter, mit einem Wort: bezaubert.

Dass sich heuer zum sechsten Mal die Ausstellungshalle und die Studios der Mindelheimer Museen in ein Zauberreich voller Bilder verwandeln, ist dem Museumspfleger, Sammler und Bibliomanen Franz Epple zu verdanken, der vor zehn Jahren die Idee zu der Buchillustrations-Ausstellung hatte und seither, unterstützt von einem Helferteam, mit der Konzeption und Durchführung betraut ist.

Wie ihm bei der Eröffnung Kulturamtsleiter Christian Schedler mit Respekt und Dankbarkeit bescheinigte, betreue er «sein Kind mit großer Liebe, immensem Arbeitseinsatz und bewundernswerter Zähigkeit.»

Epples guten Kontakten und profunden Kenntnissen der Materie sowie der Buchkunst ist es zu verdanken, dass für die Ausstellungen immer wieder namhafte Buchillustratoren aus dem In- und Ausland gewonnen werden konnten und die Reihe einen hervorragenden Ruf weit über Mindelheim hinaus gewonnen hat.

Der erfolgreiche Kinderbuch-Illustrator Helmut Spanner, der in München lebt, stellte fest: «Eine Schau wie diese, in solcher Qualität und Fülle, gibt und gab es in München nicht. Es ist absolut großartig, was Mindelheim hier seit zehn Jahren auf die Beine stellt.»

Die zahlreichen Besucher, die zur Vernissage gekommen waren, saßen inmitten dicht gehängter, vor Farben sprühender Bilder. Rund 450 Originale von 33 Künstlern aus halb Europa sind hier noch bis Februar zu sehen.

Beeindruckende Vielfalt altmeisterlicher Buchmalerei

Die Vielfalt an Techniken, Stilen und Inhalten ist beeindruckend, von altmeisterlicher Buchmalerei bis hin zu Collage, Aquarell, Schabtechnik oder Computergrafik, von der provokativen Abrechnung mit dem Weihnachtsrummel (Jörg Müller) über die Manga-inspirierte Neuinterpretation von Rotkäppchen (Ulrike Rebohm) bis hin zur bewegenden Auseinandersetzung mit dem Holocaust (Roberto Innocenti).

Begeisterung über die Schau war auch den Grußworten des Bürgermeisters, der stellvertretenden Landrätin Heidi Zacher und des stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten Alfons Weber anzumerken.

Die Ravensburger Redakteurin Gisela Stottele überreichte Franz Epple einen symbolischen Lorbeer-»Ehrenzweig». Das Forum, das Mindelheim hier der Bilderbuchkunst und Buchgrafik biete, sei einmalig.

Öffnungszeiten Die Ausstellung ist bis 22. Februar täglich, außer Montag, von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ein ausführliches Rahmenprogramm für Erwachsene und/oder Kinder begleitet die Ausstellung.

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