Im Kindergarten gehts bald um Basiswert und Zeitfaktor

Kempten (pa). - Basiswert, Zeitfaktor, Gewichtungsfaktor: Das sind die Schlüsselbegriffe, nach denen künftig die staatlichen Fördermittel an die bayerischen Kindertagesstätten berechnet werden. Und wenn auch die Kindergarten-Träger dadurch einen wahren Verwaltungswust befürchten, ist die Logik der neuen Förderung für den Kemptener Jugendamtsleiter Benedikt Mayer 'auf Anhieb plausibel'. Demnach haben 'Einrichtungen, die viele Kinder lange Zeit betreuen, Anspruch auf höhere Förderung als solche mit weniger Kindern und kürzeren Betreuungszeiten.' Heuer im Herbst beginnt das nächste Kindergartenjahr noch einmal nach altem Recht. Denn voraussichtlich erst im März oder April 2005, berichtete Mayer im Jugendhilfeausschuss, tritt das neue Kindertagesstätten-Gesetz in Kraft. Und das neue Förderecht, auf das es vor allem ankommt, wird erst ab September 2005 beziehungsweise Januar 2006 (weil dann auch vom Kindergarten- auf das Kalenderjahr umgestellt wird) wirksam. Gleichwohl können die Kindergarten-Träger jetzt schon die Zukunft planen. Denn bei der neu eingeführten Richtlinie für Kinderkrippen und an zwei Modellstandorten (Landsberg und Bayreuth), so Mayer, wird das künftige Fördermodell bereits praktiziert. Grundlage der Berechnung ist der Basiswert, der heuer auf 753,80 Euro festgesetzt wurde. Das ist der staatliche Jahresförderbetrag für ein Kind im Alter von drei bis sechs Jahren, das drei bis vier Stunden täglich in einer Einrichtung verbringt.

Nach den Gewichtungsfaktoren gilt für Kinder unter drei Jahren der doppelte Basiswert, für behinderte Kinder der viereinhalbfache Satz. Für ausländische und Aussiedler-Kinder oder Schulkinder in Horten ist keine besondere Gewichtung vorgesehen. Schließlich wird der Basiswert noch mit dem von 0,75 bis 2 gestaffelten Zeitfaktor multipliziert. Der richtet sich danach, wie viele Stunden ein Kind jeweils 'gebucht' hat. Dass die Gruppenstärken in den Kindergärten aus ökonomischen Gründen aufgebläht werden, weil die Zahl der Gruppen bei der Förderung keine Rolle mehr spielt, ist laut Mayer nicht zu befürchten. Denn zur Zahl und Qualifikation des Personals werden ebenfalls bestimmte Standards vorgegeben. Nach wie vor Sache der Träger bleibt die Festsetzung der Elternbeiträge. Hierbei soll eine 'angemessene Staffelung entsprechend der Nutzungszeit' vorgenommen werden. Neu vereinbart werden muss noch, in welcher Höhe die Stadt künftig Betriebsdefizite ausgleicht. Bislang beträgt der Anteil der Stadt 80 Prozent, teilweise auch für Gebäudeunterhalt. Vorsorglich waren die Verträge bereits zum Ende des laufenden Kindergartenjahres gekündigt worden. Jetzt wird das wieder rückgängig gemacht: Bis das neue Förderrecht in Kraft tritt, sollen die alten Vereinbarungen weiter gelten.

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