Im Kern der Chor

Von Lucia Buch | Buchloe Eine lange Liste an Werken und Mitwirkenden zeichnete das diesjährige Neujahrskonzert in der Stadtpfarrkirche aus: Unter der Gesamtleitung von Thorsten Schmehr erlebten die Zuhörer zwei Stunden vorwiegend noch weihnachtlich geprägte Musik. Neben dem Kirchenchor, dem Buchloer Frauenchor und dem BSW-Männerchor hatte man das Stephanus-Quartett und die Buchloer Stubenmusik als Instrumentalensembles gewinnen können. Der Spenden-Erlös des Abends kommt der Renovierung der Stadtpfarrkirche zugute.

Die 'Umrahmung' des Konzerts übernahm klanglich ansprechend das Stephanus-Quartett. Für instrumentale Ruhepunkte ähnlichen, atmosphärisch dichten Charakters sorgte die Stubenmusik mit Stücken von Joseph Haydn und einer Nabucco-Bearbeitung von E. Heigl.

Kernpunkte dieses fast zu voll gepackten Programms waren die Chor-Darbietungen: Der Chor der Stadtpfarrkirche sang hell, klar und überlegt zum Beispiel 'Kommet, ihr Hirten'. Ähnlich textbezogen hatte Thorsten Schmehr als kommissarischer Leiter auch mit dem Frauenchor gearbeitet: Die Melodielinien wurden präzise auf Höhepunkte hingeführt und auch dynamisch wurde in 'Es ist für uns eine Zeit angekommen' die nötige Breite entwickelt.

In 'Quem vidistis pastores?' von Franz Xaver Brixi erlebte man Joseph Kagermeier als Solist sehr kopfstimmig, lyrisch, ja teils fast gekünstelt, jedoch gut verständlich und sauber phrasierend. 'Engel auf den Feldern singen' intonierte der Kirchenchor zart und flirrend - eine reizvolle Variante stellte der Einbezug des französischen Originals dar.

Zuckersüß ging es anschließend in dem Satz von Arno Leicht über 'Zu Bethlehem geboren' zu: Die Violinen lieferten lachendes Vogelgezwitscher ab und machten dieses Arrangement zu einem verspielten, beschwingten Tanzsatz. Christiane Eberhard solistisch konnte man in zwei Sätzen aus einer Händel-Sonate erleben, die ausgefeilt und beseelt umgesetzt wurden. Solo-Klänge anderer Farbe steuerten Ruth Wassermann mit einer ebenso synkopisch-fetzigen wie knackig-kurzen 'Toccata in Seven' von John Rutter.

Der BSW-Männerchor lenkte unter der Leitung von Reinhold Geiger nach einem Silcher-'Jauchzet dem Herrn' klanglich dicht und eindringlich mit 'Tebe Moem' (Bortniansky) den Blick auf die spezifisch ostkirchlich geprägte Liturgie - mit breitgefächerter Dynamik und angemessener Inbrunst gelang es hier, Weihrauch quasi hörbar zu machen. Passend abgerundet wurde ein langer Konzertabend durch stilsicher von Josef Kagermeier rezitierte Texte rund um das Thema 'Weihnachten' - von Theodor Storm über Brentano bis zu Hermann Hesse.

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