Im Katastrophenfall noch schneller am Ort

Kaufbeuren (ofr). - Mister Celik aus den USA hat eine schwere, fast unlösbare Aufgabe: Er soll Menschen helfen, sich auf das Unvorstellbare vorzubereiten. Er soll sie dazu bringen, selbst im größten Chaos noch ruhig und effizient zu arbeiten. Zwei Tage hat der Trainer und Berater des Humedica-Ärzteteams dazu Zeit, dann sollen die Teilnehmer seines Seminars wissen, auf was es neben der reinen medizinischen Hilfe im Katastrophenfall noch alles ankommt. Die speziell für den Einsatz kurz nach einer Katastrophe gegründete Hemu (Humedica International Emergency Medical Response Search and Rescue Unit) hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Das Bereitschaftsteam aus Ärzten und Sanitätern will innerhalb von vier Stunden abflugbereit sein, um schneller als bisher auf Erdbeben, Überschwemmungen oder Hungersnöte reagieren zu können. In zweitägigen Seminaren in Kaufbeuren, Wetzlar und Meinersen werden dazu momentan rund 40 Personen zunächst theoretisch geschult. Als Referenten hat die Kaufbeurer Hilfsorganisation Türker Fatih Celik engagiert, einen Uni-Dozenten und international erfahrenen Krisen-Fachmann aus den USA. Mit Celiks Unterricht und einem fünftägigen Praxistraining im Juni in der Türkei soll der Grundstein für die Entwicklung eines Bereitschaftsdienstes freiwilliger Helfer gelegt werden, die schneller als bisher einsatzbereit sind.

Organisation muss klappen Für Humedica-Sprecher Joachim Schön liegt der Wert des ersten Einsatztrainings dieser Art vor allem in einer gesteigerten Effizienz der Hilfe an Ort und Stelle. Schließlich müssten sich auch erfahrene Mediziner im Katastrophenfall auf ein 'komplett anderes Umfeld und andere Verletzungen als sonst' einstellen. Auch die beste medizinische Ausbildung nütze nichts, wenn die Organisation des Hilfseinsatzes nicht klappt, Ausweise fehlen oder die eigene Sicherheit gefährdet ist. Die Hemu soll künftig die Erstversorgung der Opfer sicherstellen und den Einsatz der nachrückenden Helfer vorbereiten. Dabei kommt es unter anderem darauf an, so Schön, sich aktiv ins UN-System 'einzuklinken' und in einen multinationalen Team mit anderen Hilfsorganisationen, den Vereinten Nationen, den Behörden und den Helfern zusammenzuarbeiten.

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