Im Herbst soll Schule für Erziehungshilfe starten

Kempten (pa). - Die Stadt Kempten will im Herbst Ernst machen mit der Einrichtung einer Schule zur Erziehungshilfe für verhaltensgestörte Kinder. Dabei soll ein bislang in Bayern einmaliges integratives Konzept umgesetzt werden, bei dem die Heilpädagogische Tagesstätte der Jugendhilfe mit einbezogen wird. Vorgesehen sind zwei Klassen mit insgesamt maximal 24 Kindern. Gedacht ist die Einrichtung für Kinder der Klassen fünf, sechs und sieben. Denn in dieser Altersgruppe, so Schulreferent Hans Grob vor dem Schul- und Kulturausschuss, liege 'derzeit das Hauptproblem'. Es besteht darin, dass die betreffenden Kinder durch ihre gesteigerte Aggressivität und sonstige Verhaltensauffälligkeiten in eine normale Regelschulklasse nicht integriert werden können. Betreut werden sollen in der neuen Schuleinrichtung Kinder aus Kempten, dem Altlandkreis und dem angrenzenden Bereich des Ostallgäus. Auf den Einwand von SPD-Stadträtin Ingrid Jähnig (sie steht wie die Frauenliste der 'E-Schule' grundsätzlich kritisch gegenüber), dass dadurch ein 'Schülertourismus in Gang komme, entgegnete Jugendamtsleiter Benedikt Mayer, dass 'derzeit die betreffenden Kemptener Kinder in umgekehrter Richtung fahren': Nämlich nach Schongau, Isny oder Leutkirch. Die notwendigen Schulräume, so Grob, stehen im sogenannten 'Grauen Haus' an der Haubenschloßstraße zur Verfügung. Dort sind bisher drei Gruppen der Heilpädagogischen Tagesstätte vorhanden. Grundsatz des Kemptener Konzepts soll laut Grob sein, dass die Kinder, die in der Schule zur Erziehungshilfe aufgenommen werden, gleichzeitig das Angebot der Jugendhilfe in der Heilpädagogischen Tagesstätte akzeptieren müssen.

Eltern müssen einverstanden sein Und genau da, so der Schulreferent, liegt auch der kritische Punkt. Denn während der Schulbesuch (nach entsprechender Begutachtung durch Fachleute) erzwungen werden kann, müssen die Eltern mit den gleichzeitigen heilpädagogischen Maßnahmen in der Tagesstätte einverstanden sein. Und wenn nicht? Dann, so Mayer, müssten diese Kinder weiter nach Schongau oder Isny fahren. Bevor die neue Schule starten kann, soll die Katholische Jugendfürsorge (sie übernimmt auch die Trägerschaft) die Konzeption im Detail erarbeiten. Auch der genaue Bedarf muss noch geklärt werden und die Frage, wie das Ost- und Oberallgäu zu dem Konzept stehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018