Im Ernstfall schnell Auskunft geben

Füssen/Ostallgäu (oss). - Der Anlass könnte aktueller kaum sein. Als in Madrid Bomben Pendlerzüge zerfetzten, gingen die Bilder von den Ersthelfern um die Welt. Dass die Zahl der Verletzten und Opfer so schnell bekannt wurde und Angehörige kurz darauf informiert werden konnten, ist dem Such- und Auskunftsdienst des Roten Kreuzes zu verdanken. In Füssen wurde jetzt das neue Kreisauskunftsbüro (KAB) vorgestellt. Eine Einrichtung, die aktiv wird, wenn durch eine Katastrophe viele Opfer zu erwarten sind. Vor knapp einem Jahr hatten Barbara Sattelberger und Marianne Baier die Idee dazu. Knapp 20 Damen unter Leitung von Inge Fischer und Cornelia Paul fanden sich zusammen, um im Katastrophenfall den Verbleib von Verletzten oder Toten nachzuvollziehen und Angehörigen Auskunft zu erteilen. Mit dem Transitverkehr, dem Grenztunnel und vielen Touristen in unserer Region wurde das Thema aktuell, wie Marianne Baier sich erinnert. Ereignisse wie das Busunglück bei Steingaden vor kurzem bestätigten aus ihrer Sicht den Bedarf. Im Normalfall ist es kein Problem nachzuvollziehen, was mit einem Unfallopfer geschehen ist und die Verwandten zu informieren. Doch was, wenn ein so genannter MAn V-Fall eintritt, der Massenanfall von Verletzten? Aus welchem Auto oder Bus stammt etwa der Schwerverletzte, der mit dem Rettungshubschrauber nach München gebracht wurde? Oder wenn die Angehörigen, aufgeschreckt durch Fernsehbilder, nachfragen,: 'Unsere Eltern hätten um diese Zeit etwa in Füssen sein sollen und melden sich jetzt nicht.

Wo sind sie abgeblieben?'. Dann wird das Kreisauskunftsbüro aktiv. Noch am Unfallort, wo ein Notarzt Versorgung und Transport veranlasst, wird eine Erstregistrierung vorgenommen. Mann oder Frau, Art der Verletzung und wohin die Person kommen soll. Auch weitere Informationen, beispielsweise das Autokennzeichen, werden auf einem Begleitzettel festgehalten, der am Verletzten bleibt und als Kopie ans KAB geht. Von dort werden die Informationen an die Zentralstelle nach München geleitet, die auch mit dem Erfassungssystem der Polizei am Flughafen Erding, zusammenarbeitet. So kann auf Anfrage schnell geklärt werden, dass die Insassen eines bestimmten Autos im Krankenhaus Füssen und in der Kinderklinik Memmingen liegen, dass der Vater mit dem Hubschrauber nach Murnau geflogen wurde und das eines der Kinder unverletzt vom sozialen Dienst betreut wird. Bei einem schwerwiegenden Unglücksfall sind Rettungsdienste und Feuerwehr mit der Erstversorgung ausgelastet. Für Baier und Sattelberger war daher klar, dass nur Menschen, die nicht an vorderster Front helfen, die Registrierung übernehmen können. Deshalb sprachen sie ihre Freunde an, unter anderem die Damen des EV Füssen. Und erhielten sofort Zuspruch: Bis aus Pfronten, Buching und Hopferau kommen die Helferinnen. Diese beziehen im Ernstfall in einer Turnhalle oder im Zelt Stellung und bearbeiten die Personendaten. Weitere Helfer wären willkommen. Besonders positiv wäre es, wenn entsprechende Ortskenntnisse mitgebracht werden.

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