Im Einsatz für das friedliche Miteinander der Religionen

Immenstadt | sme | Diakon Rolf Fraedrich aus Immenstadt ist zwar seit einigen Jahren im Ruhestand - untätig ist er deshalb aber noch lange nicht. Der 70-Jährige engagiert sich im Kirchenvorstand der Evangelischen Gemeinde seiner Heimatstadt und kümmert sich um die Finanzen in kirchlichen Fördervereinen.

Rolf Fraedrich stammt aus der Mark Brandenburg. Das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte er zusammen mit seiner Mutter und den vier Geschwistern in Bremen - der Vater war in den letzten Kriegswochen gefallen. Im Frühjahr 1946 zog die Familie ins Allgäu, in das Haus 'In den Kreuzwiesen' in Immenstadt-Stein, das der Großvater für seine große Familie gebaut hatte. Rolf Fraedrich besuchte die Volksschule in Stein, war drei Jahre lang in 'Maria Stern', wo es damals noch eigene Bubenklassen gab und machte seinen Abschluss an der damaligen Oberrealschule in Kempten.

Theologe zu werden, war immer sein großer Wunsch gewesen. Schließlich waren Fraedrichs Vater, Großvater und Urgroßvater auch bereits Pfarrer gewesen. 'Meine Mutter war Witwe und hatte fünf Kinder. Ein Studium zu finanzieren war da einfach nicht möglich', erzählt er. Fraedrich kam an die bayerische Landesdiakonenanstalt in Rummelsberg und absolvierte dort die Ausbildung zum Diakon.

Von der Rummelsberger Brüderschaft in den Dienst entsandt, arbeitete er zunächst als Erzieher in Kinderheimen und ließ sich in den 70er Jahren zum Diplom-Sozialpädagogen ausbilden.

In den folgenden Jahrzehnten leiteten Fraedrich und seine Frau Inge soziale Einrichtungen wie ein Heim für lern- und geistig behinderte Kinder in Traunreuth und ein Alten- und Pflegeheim in Olching bei München. Zudem war Fraedrich Gemeindediakon in Mittenwald und engagierte sich in den Gottesdiensten, in der Betreuung alter und kranker Menschen und in der Seniorenarbeit. Vor gut zehn Jahren kam das Ehepaar ins Allgäu zurück. Fraedrich übernahm für einige Jahre die Stelle des Gemeindediakons in Oberstdorf.

Seit November 2002 ist er im Ruhestand. Heute ist er Vertrauensmann im Vorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Immenstadt und Schatzmeister im 'Kirchenbauverein Stephanuskirche Blaichach' sowie im 'Förderverein für den Umbau von Gemeindehaus und Erlöserkirche Immenstadt'.

'Neue Armut greift um sich'

Fraedrich liegt die Ökumene am Herzen, das friedliche Miteinander der Religionen und Traditionen. Sorgen bereitet dem 70-Jährigen die Situation der Migranten, die viel stärker in das Leben ihrer neuen Heimat eingebunden werden müssten. Sorge macht ihm auch die neue Armut - eine Entwicklung, die auch im Oberallgäu 'um sich zu greifen scheint, die die Menschen zu verstecken versuchen und von der immer mehr Kinder betroffen sind'.

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