Kempten
Im Dutzend lustiger

Auch wenn sie mittlerweile alle in Rente sind: Eine lustige Bande sind sie noch immer, die zwölf Männer, die sich einst «Bandenschieber» nannten. Gekegelt wird zwar nicht mehr, aber für einen Spaß sind sie nach wie vor zu haben. Wer den witzelnden Ton, den sie untereinander pflegen, nicht kennt, fällt schon mal auf eine Bemerkung herein, die ganz und gar nicht ernst gemeint war.

Am Anfang, und das war schon 1960, trafen sich vier junge Männer zum Schafkopfen: Hans Peter Wintergerst, Dieter Zacherle, Jürgen Schonath und der mittlerweile verstorbene Rudi Hörmann. Sie trafen sich einmal im Monat und droschen Karten. Schon bald interessierten sich Bekannte und Freunde des Quartetts für den Männerclub, so dass sie zum Schafkopfen zu viele wurden. Also wechselten die Freunde zum Kegeln, das war drei bis vier Jahre später.

Fast 40 Jahre lang blieben die Kegelbrüder ihrer Passion und ihren Freundschaften treu. Die Lokationen wechselten, aber die Mannschaft blieb.

Den Lauf der Zeiten ablesen kann man an der Zusammenstellung der Teams: Erst spielten Verheiratete gegen Ledige, dann Verheiratete mit Kindern gegen Verheiratete ohne, schließlich Rentner gegen Nichtrentner.

Reden über Gott und die Welt

Heute gibt es keine solchen grundsätzlichen Unterscheidungskriterien mehr, auch «Nesthäkchen» und Präsident Karl Heinz Hummler ist mit seinen 59 Jahren in Altersteilzeit. Seit gut einem Jahr treffen sich die «zwölf Apostel», wie Dieter Zacherle scherzt, nur noch zum Reden «über Gott und die Welt». Natürlich werden an den Stadtrat auch mal Wünsche an die Kommunalpolitik aus dem Männerbund herangetragen - aber meistens sind es «Blödeleien», wobei natürlich «Kinder und Narren die Wahrheit sagen», grinst Alterspräsident Schonath.

Bitterernst wird die Männerrunde nur dann, wenn es ums Geld und den jährlichen Ausflug geht. Penibel trägt Kassier Karl Heinz Hummler ins Kassenbuch ein, wer seinen Obolus von zehn Euro pro Treffen einbezahlt hat und wer noch nicht. Und wenn heiß diskutiert wird, dann über die Frage, wohin die Reise mit diesem «Stammkapital» in diesem Herbst gehen soll.

Doch in den 50 Jahren ihrer Existenz sind sich die heutigen «Kegelveteranen» noch immer einig geworden, im Oktober 2010 gehts in den Harz, mit den Ehefrauen, die in jedem zweiten Jahr mitfahren dürfen. Klar ist die Mann-Frau-Thematik immer mal wieder Zielscheibe für einen Witz. Im Grunde ihres Herzens aber wissen die Männer, was sie an ihren besseren Hälften haben, sind sie doch alle noch in ihren ersten Ehen.

Und wenn sie sich gegenseitig bei ihren Treffen auch ordentlich auf die Schippe nehmen, so ist eines doch klar: «Die Freundschaften überdauern gute und schlechte Zeiten und wir sind immer füreinander da» - was das fröhliche Dutzend natürlich sehr zu schätzen weiß. (ell)

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