Kempten
«Ihr seid einfach toll!»

Nach gut zwei Stunden spannender Abenteuer, Reisen in ferne Länder und Begegnungen mit gefährlichen Drachen oder Riesen, forderte Regisseur und Schauspieler Christian Berg die Kleinen und Großen im Publikum zum Mitsingen auf. Und siehe da: Aus rund 1300 Kehlen in der Big Box Allgäu klang das Seeräuber-Lied der «Wilden 13» mit solcher Wucht, dass sich Berg am Ende nur tief verbeugen konnte vor den Buben und Mädchen und gratulierte: «Ihr seid einfach toll hier in Kempten!»

Die Kinder gaben mit ihrem donnernden und lange anhaltenden Applaus dieses Kompliment lautstark zurück: Sie waren begeistert von Christian Bergs «Happy Birthday, Jim Knopf!», einer Geburtstagsfeier in Form eines Familien-Musicals. Vor 50 Jahren hatte Schriftsteller Michael Ende den kleinen Jim Knopf zum Leben erweckt, der eines Tages auf der Insel Lummerland landete. Eine Geschichte, die einschlug wie der Blitz. Kaum ein Kind, das sich nicht von den Abenteuern des farbigen Jungen und seines großen Vorbildes, des Lokomotivführers Lukas, in den Bann ziehen ließ.

Christian Berg gelang mit seinen sechs Schauspielern (er selbst stand ebenfalls auf der Bühne) eine Inszenierung, die nur Ausschnitte der beiden Ende-Romane rund um Jim Knopf beleuchtet und stattdessen sehr intensiv auf die eingängige Musik von Konstantin Wecker setzt und lieber das Publikum im Saal in die Handlung miteinbezieht (auch die Papas und Mamas mussten dran glauben und Kirchenglocken oder schreiende Geiern imitieren). Das lockerte auf, brach das Eis anfänglicher Zurückhaltung und garantierte, dass die Kinder selbst nach zwei Stunden noch mit Herz und Seele bei der Sache waren.

Berg hat sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, Musicals für die gesamte Familie zu präsentieren. Er will im Rahmen seiner Auftritte auch Botschaften übermitteln. Die aktuellste lautet: Verbot aller Killerspiele. «Schaltet den Computer ab», fordert der Mann aus Cuxhaven Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf, «schaut euch lieber Theateraufführungen an.»

Die Reaktionen am Schluss der Vorführung dürften Christian Berg wieder mal den Beweis geliefert haben: Kinder lassen sich auch fernab des Computers begeistern.

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