Füssen
Idyllisches Bad und Busse

Seit Jahren tobt in Bad Faulenbach ein Streit über Reisebusse (siehe Infokasten), jetzt muss sich der Stadtrat wieder auf das verminte Gelände begeben. In seiner morgigen Sitzung hat das Gremium zu klären, ob die Stadt Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts einlegen soll. Die Richter hatten die verkehrsrechtliche Anordnung aufgehoben, wonach Busse unter bestimmten Auflagen Hotels in Faulenbach ansteuern können. Bliebe es dabei, würde dies das Aus fürs Europarkhotel bedeuten, sagt Rolf von Hohenhau, Hauptgesellschafter des Hotels. «Das will niemand», betont die Faulenbacher Stadträtin Dr. Anni Derday, die dennoch die Busse aus dem Tal verbannen will. Denn «unser Kapital ist die Ruhe, die Natur, die Idylle».

Bei diesem Streit sind die Fronten seit langem verhärtet - das war auch jüngst bei einem nicht öffentlichen Treffen im Rathaus zu spüren, zu dem Teilnehmer aus beiden Lagern geladen waren. «Das hat nichts gebracht, die Gegenseite bewegt sich nicht» - heißt es über die jeweils andere Position. Und diese Positionen sind klar abgesteckt.

Für Rolf von Hohenhau ist das Europarkhotel mit 250 Betten - wie auch weitere Betriebe in Faulenbach - nur dann wirtschaftlich zu betreiben, wenn es direkt mit Bussen angefahren werden kann: «Das ist für jedes große Hotel eine Selbstverständlichkeit.» Er wolle dafür auch weitere Auflagen akzeptieren. Denn gerade für sein Hotel ist die Anfahrbarkeit enorm wichtig: Es floriert dank vieler asiatischer Reisegruppen, die mit dem Bus nach Füssen kommen. Mit rund 58000 Übernachtungen rechnet von Hohenhau in diesem Jahr.

Dürften die Busse nicht mehr fahren, müsse das Hotel sofort geschlossen werden und stünden 30 Mitarbeiter auf der Straße, kündigt der Hauptgesellschafter an.

Das wolle niemand der Faulenbacher Vermieter, versichert Stadträtin Anni Derday. Von Hohenhau dürfe natürlich erfolgreich wirtschaften - aber eben nicht zu Lasten des Faulenbacher Tals. Man verfüge über eine «Oase», die man weiter ausbauen wolle. Sie plädiert für den Einsatz von kleinen Shuttle-Bussen (eventuell mit Elektromotoren), die die Gäste am Morisse-Parkplatz abholen und zum Hotel fahren sollen.

Verkehr langfristig raus

«Wir arbeiten alle an einer ökologischen Ausrichtung, wir wollen weg vom CO2», sagt Derday. Und liegt damit auf einer Wellenlänge mit Bürgermeister Paul Iacob. Der Rathaus-Chef hat bereits sein langfristiges Ziel für Faulenbach angekündigt: Der Ort solle «ein absolut verkehrsberuhigter Bereich» werden. Von Hohenhau aber hält eine Shuttle-Bus-Lösung aus mehreren Gründen für nicht praktikabel.

Die Sitzung des Stadtrates beginnt morgen um 17 Uhr im «Haus Hopfensee».

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