Seeg
«Ich gehe hin, wo man mich braucht»

Im Alten- und Pflegeheim der Caritas in Seeg geht zum Jahresende eine Ära zu Ende: Schwester Regina Waldmann verlässt nach 21 Jahren als Heimleiterin und Geschäftsführerin das Haus und den ihr lieb gewordenen Arbeitsplatz. Die Provinzoberin der Schulschwestern Unserer Lieben Frau (de Notre Dame) hat die agile Leiterin zum 1. Januar 2010 mit einer neuen Aufgabe in Eichstätt betraut. Dort wird Schwester Regina zusammen mit einer anderen Schwester in einem Wohnhaus des Ordens junge Studentinnen der Universität betreuen.

Ob es ihr schwer fällt zu gehen, wurde die Schwester schon öfter gefragt. «Nun, ich habe Gehorsam gelobt, und ich wäre innerlich nicht glücklich, wenn ich letztendlich doch meinen eigenen Willen durchsetzen wollte. Ich gehe hin, wo ich gebraucht werde», sagt die 66-jährige, äußerst muntere und aufgeschlossene Frau. Pflegedienst- und Heimleitung hatte sie bereits im vergangenen Jahr abgegeben. Aber immer bleiben noch viele Büroarbeiten, die sie natürlich mit dem Computer erledigt.

«Ich habe nichts versäumt»

Seit über zwei Jahren geht sie in dem Pilotprojekt des Caritasverbandes Augsburg «Christliche Hospiz- und Palliativkultur im Alten- und Pflegeheim» voll auf.

Schwerkranke und Sterbende zu begleiten, deren Würde bis zuletzt zu wahren, deren Wünsche, soweit es geht, zu erfüllen und sie nicht alleine zu lassen - das sei eine wunderbare Aufgabe. «Wer den Tod eines Menschen mit begleitet hat, kehrt nicht mehr als derselbe ins Leben zurück», erklärt Schwester Regina. Sie ist eine glückliche Ordensfrau, die von sich sagt: «Ich habe nichts versäumt und würde es jederzeit wieder so machen.»

Geboren in Auerbach und mit vier Geschwistern aufgewachsen, war ihr schon mit 14 Jahren klar, dass sie Ordensschwester werden möchte. Nach Abschluss der Realschule wurde sie zur Krankenschwester ausgebildet, mit 23 Jahren legte sie die Profess ab. Bis 1988 arbeitete Schwester Regina als Pfarrschwester in der Pfarrei Christkönig in Fürth.

Im September 1988 kam sie nach Seeg, wo sie die Pflegedienstleitung übernahm. 1993 wurde ihr die Heimleitung übertragen, nachdem sie die nötige Ausbildung absolviert hatte. Dank mehrerer Erweiterungen konnte die Zahl der Heimbewohner nach und nach von 37 auf 64 erhöht werden.

«Das Allgäu werd ich vermissen»

Wird sie etwas vermissen? «Ja, das Allgäu bestimmt, denn ich bin an freien Tagen oder wenn meine Schwester im Urlaub herkam oft beim Bergsteigen gewesen». Natürlich mit Bergstiefeln und Wanderstöcken ausgerüstet, hat sie unter anderem den Säuling, den Aggenstein und viele mehr bestiegen. Da habe sie die Wunder der Natur so richtig genossen.

Die offizielle Verabschiedung von Schwester Regina findet am heutigen Mittwoch, 16. Dezember, um 19.30 Uhr mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Ulrich statt. Anschließend ist ein Treffen mit Gästen im Caritasheim.

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