Lindenberg
«Hutkultur wird mein Herzensthema sein»

Über ein Jahr war die Position der Lindenberger Kulturreferentin verwaist. Im Juli endlich wählte der Stadtrat aus seinen Reihen Hannelore Windhaber zur Nachfolgerin von Ursula Schickle. Seit einem halben Jahr ist sie jetzt im Amt. In dieser Zeit wurden viele Anregungen an sie herangetragen, wie wir im Interview erfuhren. Für die nächste Zeit hat sich Hannelore Windhaber ein Hauptthema vorgenommen: die Hutkultur.

Frau Windhaber, vehement wurde der Stadtrat von verschiedenen Seiten aufgefordert, wieder eine Kulturreferentin zu bestimmen. Haben Sie sich nach Ihrer Wahl vor Anfragen kaum retten können?

Hannelore Windhaber: Es war ein sehr hoher Gesprächsbedarf da - ja. Ich habe gemerkt, dass viele froh waren, wieder jemanden zu haben, den sie kennen und an den sie sich trauen heranzutreten. Ich wurde beim Einkaufen ebenso angesprochen wie an meiner Arbeitsstelle in der Bank.

Sie haben sicher schon einen Überblick über das kulturelle Leben der Stadt. Wo besteht Ihrer Meinung nach Handlungs- und Entwicklungsbedarf?

Windhaber: Ja, ich habe mich schon ein bisschen einarbeiten können. Einer meiner Hauptaugenmerke im neuen Jahr ist die Hutkultur. Theater, Konzert und Literatur sollen natürlich nicht vernachlässigt werden - aber die Hutkultur wird mein Herzensthema sein.

Wie möchten Sie dieses Thema behandeln?

Windhaber: Zum einen haben wir beim Arbeitskreis historisches Lindenberg gesehen, dass sich viele bereit erklären, etwas beizutragen. Egal, was die Machbarkeitsstudie ergibt - es geht darum, dass wir diese Kultur aufarbeiten und dass wir unser Image als Hutstadt wieder aufpolieren und zur Marke Lindenbergs machen.

Erläutern Sie uns bitte kurz die Machbarkeitsstudie?

Windhaber: Sie wurde von der Stadt in Auftrag gegeben. Es geht darum zu prüfen, was für Möglichkeiten es gibt in Sachen Hutmuseum, was man mit Fördermitteln machen kann, welches Konzept denkbar ist.

Haben Sie selbst konkrete Wünsche dazu?

Windhaber: Ja, klar, persönliche Wünsche darf man ja haben. Für mich ist das ein Museum, das von Lindenberg nach außen wirkt. Etwas Großes, das die Bedeutung unserer Hutkultur transportiert. Die Hutkultur ist für viele Lindenberger Bürger von großer Bedeutung. Gerade den älteren Menschen ist es ein Bedürfnis, dass ihre Arbeit ein bisschen gewürdigt wird, und dass sie dokumentiert wird. Auch mir ist das ganz wichtig.

Was läuft in der Lindenberger Kultur bereits gut und sollte beibehalten werden?

Windhaber: Was sehr gut läuft, ist die Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Gästeamt. Für dieses Jahr gibt es gute Ideen, viele Veranstaltungen sind geplant. Es ist für mich schön, wie ich da eingebunden bin. Gut ist auch, dass die Leute auf mich zukommen, ihre Wünsche und Ideen äußern - dass unheimlich viel Kommunikation läuft. Das soll so bleiben.

In welchem Maße nimmt Sie Ihr Ehrenamt in Anspruch?

Windhaber: Wenn ich das zusammenzähle, komme ich auf 30 Termine, die ich im letzten halben Jahr als Kulturreferentin wahrgenommen habe.

Können Sie das in dieser Form auf Dauer leisten?

Windhaber: Ja, ich glaube das zu schaffen. Schließlich mache ich es mit Begeisterung.

Glauben Sie, dass es in wirtschaftlich harten Zeiten schwieriger wird, sich für Belange der Kultur einzusetzen?

Windhaber: Der Einsatz selbst wird sicher nicht schwieriger, denn er geschieht mit Herz und Seele. Doch die Realisierbarkeit mancher Veranstaltungen könnte schwieriger werden, wenn sie vom Budget abhängen. Aber das Engagement der Leute ist nicht unbedingt von Budgets abhängig. Man kann auch damit viel bewirken.

Für welches Anliegen würden Sie sich mehr Unterstützung wünschen?

Windhaber: Im Moment gibt es da nichts. Ich habe bisher erfahren: Egal, mit welcher Anfrage ich zur Stadtverwaltung gekommen bin oder ins Kultur- und Gästeamt: Es gibt immer eine Möglichkeit. Ich denke, Kommunikation und ein bisschen Kompromissbereitschaft öffnet viele Türen.

Auf welchen Termin oder welches Ereignis freuen Sie sich im Jahr 2010 besonders?

Windhaber: Da gibt es viele. Ganz besonders freue ich mich aufs Käsefest und aufs Hutfest. Allein wegen der vielen Ideen, die die Hutkönigin geäußert hat. Ganz riesig freue ich mich auch auf das Open-Air vom Landestheater mit My Fair Lady.. Ich habe die Aufführung schon in Memmingen gesehen. Das wird sicher toll. Und dann gibt es noch viele kleine Dinge, zum Beispiel die Musiknacht.

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