Kempten / Oberallgäu
Hunderte gaben Waffen ab

Die Amnestie für Besitzer illegaler Waffen ist zum Jahreswechsel ausgelaufen. Bis 31. Dezember konnten zahlreiche Bürger Pistolen, Gewehre und Munition straffrei bei Polizei, Stadt, Landratsamt oder in Waffengeschäften abgegeben. Zudem wurde im vergangenen Jahr beschlossen, alle Waffenbesitzer anzuschreiben. Sie sollen nachweisen, dass sie ihre Waffen ordnungsgemäß aufbewahren. Das Schreiben war eine Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden. Dort hatte ein 17-Jähriger im März mit einer Pistole seines Vaters ein Blutbad angerichtet.

Bis zum Ende der Amnestie gaben laut Polizist Wolfgang Adam rund 250 Leute ihre Waffen bei der Polizei in Kempten ab. Etwa 40 davon hätten keine Waffenbesitzkarte gehabt. Bei der Mehrzahl habe es sich um Bürger gehandelt, die ihre legalen Waffen loswerden wollten. Adam: «Ein Grund ist oft, dass sie sich kein teures Behältnis kaufen wollen».

Aus den Weltkriegen

In der letzten Dezemberwoche jedoch habe er vor allem illegale Waffen entgegengenommen. Dabei handelte es sich größtenteils um Kleinkalibergewehre, die noch bis in die 1970er Jahre problemlos zu kaufen waren, oder um Waffen aus den Weltkriegen.

Einen ähnlichen Trend gibt es auch am Oberallgäuer Landratsamt. «In den letzten sechs Wochen wurden hier über 160 Waffen abgegeben», sagt Sprecherin Brigitte Klöpf. Wie viele davon in illegalem Besitz waren, kann sie nicht genau sagen. Im Sommer, zu Beginn der Aktion, seien dagegen nur acht bis zehn Waffen pro Monat abgegeben worden. Insgesamt haben im Oberallgäu rund 4200 Menschen eine Waffenbesitzkarte. Diese werden seit Herbst vergangenen Jahres nach und nach angeschrieben, dass sie belegen müssen, wie sie ihre Gewehre und Pistolen aufbewahren. «Werden die Nachweise nicht erbracht, kann das dazu führen, dass die Erlaubnis widerrufen wird und die Waffen abgegeben werden müssen», erläutert Klöpf.

Viele wurden verkauft

Beim Kemptener Ordnungsamt wurden laut Leiter Alwin Wegmann nur wenige Waffen abgegeben - wie viele genau kann er nicht sagen. Auch er und seine Kollegen hätten vor allem «uralte Waffen» entgegengenommen. In der Stadt wurden insgesamt 971 Waffenbesitzer angeschrieben.

Gewehre und Pistolen, die auf dem Markt noch etwas Wert sind, hat Waffen Beer angekauft. 30 bis 40 Stück waren es etwa laut Inhaber Josef Beer. Auf der anderen Seite hätten sich jedoch auch viele Leute neue, ordnungsgemäße Schränke gekauft. Beer kritisiert, dass von der Aktion zahlreiche Besitzer langer, also unhandlicher und damit relativ ungefährlicher Waffen betroffen seien. Gefährlich sind in seinen Augen vor allem automatische Pistolen.

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