Hundekot wird ans Haus geschwemmt

Beschwerden bei Bürgerversammlung Maierhöfen - Präsentation des Projekts 'Dorfentwicklung' Maierhöfen (rau). Maierhöfen als gentechnikfreie Zone - das ist etwas, wofür sich die Bürger von Maierhöfen durchaus erwärmen könnten. Neben dem Zündstoff Hundekot war dies eines der Themen, die auf der Bürgerversammlung angesprochen wurden. 'Der anfänglichen Skepsis ist Begeisterung gefolgt', beschrieb Bürgermeister Martin Schwarz die Sinneswandlung der 19 Teilnehmer am Seminar der Schule für Dorf- und Landentwicklung (SDL). Sie stellten bei der Bürgerversammlung ihre bisherige Arbeit vor.

Rund zehn Prozent der 1507 Einwohner Maierhöfens - und damit deutlich mehr als in den Vorjahren - waren in die Iberghalle gekommen. Der Aufruf im Gemeindeblatt, sich über das Projekt Dorfentwicklung zu informieren, hatte Früchte gezeigt. Eine Gegenüberstellung der dörflichen Struktur vor 50 Jahren und heute verdeutlichte den Wandel im Dorf. Von 144 landwirtschaftlichen Betrieben im Jahr 1960 sind heute noch 42 übrig, von drei Schulen gibt es noch eine. Außerdem sind viele Handwerksbetriebe verschwunden. Mit Ausblicken auf mögliche Veränderungen im Dorf und Erklärungen zum Vorgehen der Arbeitskreise, versuchten die Beteiligten den Bürgern die Dorfentwicklung schmackhaft zu machen. Schwarz zerstreute vorsorglich Bedenken, Entscheidungen könnten von den Arbeitskreisen am Gemeinderat vorbei getroffen werden. Von Hans-Dietrich Böhme (SDL), der eigens wegen der Präsentation angereist war, kam ein großes Lob. Es sei eine der besten gewesen, die er bisher erlebt habe.'Wir sollten uns für eine gentechnikfreie Region stark machen', war der Appell einer Bürgerin. Es liege in der Hand des Verbrauchers und der landwirtschaftlichen Erzeuger, ob sich die Gentechnik bei der Nahrungsmittelherstellung durchsetzen könne. Heftiger Beifall zeigte, dass man in Maierhöfen damit offene Türen einrennt. Unterstützung kam auch von Ortsbauernobmann Hans-Peter Frommknecht. Eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema wurde angeregt. Verbotsschilder an Loipen Der Hundekot auf bestimmten Straßen und derzeit auch auf den Loipen ist in Maierhöfen ein Dauerbrenner, der die Bürger aufregt. Ein Anlieger an der Straße von Happach nach Reute beklagte nun, dass ihm bei Regen der Dreck bis an die Haustür geschwemmt werde. Ein betroffener Landwirt wollte zwar nicht drohen, meinte aber, wenn sich nichts ändere, könne er die Loipe auf seinem Grundstück nicht mehr dulden. 'Wir wollen nicht das Privatvergnügen der Leute mitfinanzieren', reagierte Schwarz auf den Vorschlag, wie andernorts Tüten an die Hundebesitzer zu verteilen. Er riet zum persönlichen Gespräch, weil es ja meist nicht Urlauber, sondern Nachbarn seien, die ihre Hund ausführten. Außerdem appellierte er an die Vernunft der Hundebesitzer und versprach, wie vom Landwirt gewünscht, in der nächsten Saison Verbotsschilder an der Loipe aufzustellen.'Wir brauchen nicht ins Klagelied anderer Gemeinden einzustimmen', kommentierte der Bürgermeister die Statistiken zum Gemeindehaushalt. Trotz eines der geringsten Gewerbesteueraufkommen im Landkreis und sinkender Schlüsselzuweisungen - die 'Sozialhilfe vom Staat' (Schwarz) - könne die Gemeinde 'immer noch etwas bewerkstelligen'. Durch Grundstückskäufe für das Baugebiet Süd-Ost sind die Schulden auf über 770000 Euro angewachsen. Da es aber für dieses Baugebiet viele Interessenten gibt, sieht Schwarz keinen Grund zur Sorge und rechnet daraus im Jahr 2004 mit Einnahmen von 350000 Euro. Zudem könne eine für die Gemeinde unrentable Waldfläche für 24000 Euro verkauft werden. Aus den Abwasser- und Wasserbeiträgen wird mit 50000 Euro gerechnet. Die Kostendeckung bei Abwasser und Wasserversorgung sei gut, wegen der anstehenden Sanierungsarbeiten an den Trinkwasserquellen stimmte Schwarz jedoch die Bürger schon einmal auf eine Erhöhung des Wasserpreises ein. 'Der günstige Preis von 25 Cent ist nicht zu halten'.

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