Ostallgäu
Hoteliers wollen investieren

Weniger ist mehr - seit dem 1. Januar zumindest für Beherbungsbetriebe. Denn diese müssen seither weniger Geld an den Fiskus abgeben. Ob in Hotels, Pensionen oder Privatzimmern: Die Mehrwertsteuer schlägt nur noch mit sieben statt 19 Prozent zu Buche. Davon sollen auch die Gäste profitieren. Allerdings nur indirekt. Denn einige Betriebe im südlichen Ostallgäu wollen einen Großteil des künftig Ersparten zunächst in die eigenen vier Wände stecken.

Ein Geschenk zur rechten Zeit

«Wir haben uns lange zurückgehalten und können jetzt investieren», freut sich Uwe Strompf, Direktor des Treff Hotels Luitpoldpark. Ob neue Bäder oder neue Teppichböden - ohne das Steuergeschenk gingen solche Maßnahmen nur schwer von der Hand. Und es kam zur rechten Zeit: «Es war dringend erforderlich», sagt Strompf. Denn im Vergleich zum nahen Österreich - dort fallen im Hotel- und Gastgewerbe lediglich zehn Prozent Mehrwertsteuer an - habe man finanziell nur noch wenig Spielraum gehabt. Ein Wermutstropfen auf das süße Steuergeschenk ist für den Hotelier aber die Trennung von Kost und Logis. «Es wäre besser gewesen, wenn alles mit sieben Prozent abgerechnet werden könnte, so hätten auch die Gastronomen etwas davon.»

Ähnlicher Ansicht ist auch Wolfgang Sommer, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Ost-allgäu. Grundsätzlich sei es jedoch «klasse, dass es überhaupt so gekommen ist», freut sich der Hotelier. Die Gäste in seinem Füssener Hotel sollen durch die KönigsCard vom Steuergeschenk profitieren. Sie hätten so einen «deutlichen Mehrwert», der dem Hotel «jährlich einen sechsstelligen Betrag» kostet.

«Es hilft meinen Mitarbeitern und es hilft mir zu überleben», fasst Tatjana Rehklau, Betreiberin des Hotels Bannwaldsee, ihre Freude über die Steuersenkung zusammen. Denn sie übernahm vergangenes Jahr das leer stehende Hotel bei Halblech und musste bis zur Eröffnung im Oktober viel Geld in die Renovierung des 130-Betten-Hotels stecken. Rehklau will nun «Vergünstigungen an Mitarbeiter weitergeben und die Eröffnungspreise nicht weiter erhöhen.»

Auch Monika Hickel, Betreiberin des Ferienhauses Berger bei Hopfen am See, hat in den vergangenen Jahren investiert, ihr Landhaus «komplett renoviert» und ist überglücklich über das Steuergeschenk: «Ich bin heilfroh, es greift uns richtig unter die Arme.» Denn die Betriebskosten seien drastisch gestiegen, während man die Mietpreise unten halten müsse, um Gäste zu bekommen.

Große Freude bei den Kleinen

Groß ist die Freude auch bei den «kleinen» Vermietern. So etwa bei Josef Schweiger, der mit seiner Pension Sepp in Seeg zwei Ferienwohnungen vermietet. «Es war allerhöchste Zeit, denn wir waren mit Österreich ja gar nicht mehr konkurrenzfähig», meint er - und will bei gleichen Übernachtungskosten investieren.

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