Marktoberdorf
Holz-Kaufladen, Tee-Strauß und Kuh-Schlafsack

Weihnachten und der Winter sind noch ein Stück weit weg und das bekommt Christian Schreyer zu spüren. Er ist bei «Outdoortrends» für das Ladengeschäft zuständig. Weil Frost und Schnee auf sich warten lassen, haben viele Kunden auch keine Eile mit dem Kauf warmer Kleidung.

Beim Verkauf über das Internet habe das Weihnachtsgeschäft in der letzten Woche angezogen, sagt Schreyer, im Laden fange es jetzt erst langsam an. Er empfiehlt unschlüssigen Kunden, unter den über hundert verschiedenen Mützen ein Geschenk zu suchen. Außerdem gebe es inzwischen Schlafsäcke, die wahlweise ein Leopardenmuster, Kuhflecken oder einen 70er-Jahre-Look haben. «Das schaut einfach witzig aus», so Schreyer.

Besonders gut verkauften sich derzeit Kaufläden, sagt Karin Wehle-Hausmann vom Spielzeuggeschäft Jo Jo. Offenbar hat der Klassiker in Kinderzimmern wenig von seiner Attraktivität verloren - auch wenn es tatsächlich nur noch Bäcker und Metzger mit Verkaufstresen arbeiten und Tante-Emma-Geschäfte längst von Supermärkten mit Selbstbedienung abgelöst wurden.

Auch andere Klassiker wie Kugelbahn und Holzauto könnten sich gut gegen die technisierte und elektrifizierte Konkurrenz aus Plastik behaupten, sagt Wehle-Hausmann. Ihrer Einschätzung nach legen Kunden großen Wert auf die Qualität des Spielzeugs und auf die Sicherheit, frei von giftigen Rückständen zu sein.

Schon lange vorbei ist die Zeit für Klassiker bei Sportmode Huttner: Dicke, wollene Fäustlinge, früher fast schon ein Synonym für den Winterspaß von Kindern, gibt es gar nicht mehr, so Renate Huttner. Handschuhe seien heute mindestens aus Fleece. Gefragt seien heuer vor allem Softshell-Jacken. Und Beratung: Gerade Männer kämen auf der Suche nach einem Geschenk für ihre Frau eher ratlos ins Geschäft, jedenfalls viel ratloser als Frauen.

Erst kommt die Werbung, dann kommen die Kunden

Ratlosen Ehemännern kann auch bei der Parfümerie Lüdicke geholfen werden. Verkäuferin Irmgard Döffinger stellt ein paar allgemeine Fragen über die Frau und natürlich auch darüber, welche Düfte sie bisher an sich heranlässt. Dann wird gemeinsam eine kleine Auswahl durchgetestet. Was neben Beratung auch gut funktioniere, sei Werbung. Gerade Frauen kauften oft diejenigen Düfte, die gerade intensiv beworben werden. Allgemein soll das Parfüm im Winter sinnlicher, weicher, harmonischer und kräftiger sein, sagt Döffinger.

Einen speziellen Winterduft gibt es auch bei Tee, berichtet Claudya Bachinger, Inhaberin von «Claudyas». Sorten mit Zimt und Orange wandern besonders oft über den Ladentisch. Als Geschenk empfiehlt sie handgemachte Schokolade, einen abwechslungsreichen Geschenkkorb oder einen Tee-Strauß. Dann kann Weihnachten kommen.

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