Hohe Wand und Halle sollen den Lärm dämpfen

Kempten (pa). - Die Straße in Kottern heißt zwar 'Blütenweg'. Doch wer dort wohnt, hält sich auch an schönen Sommertagen nur ungern im Freien auf. Denn von der benachbarten Schrottverwertungs-Firma Föll schallt ein bis zu 72 Dezibel starker Lärm herüber. Der soll jetzt durch Schutzmaßnahmen zwar deutlich gemindert werden. Doch die Ideallösung ist das in den Augen mancher Anlieger und Stadträte immer noch nicht. Die Ausgangslage ist schon deshalb verzwickt, weil das Firmengelände auf Duracher Flur liegt, die Wohnhäuser aber zum Kemptener Stadtgebiet gehören. Für das Lärmthema ist deshalb das Landratsamt zuständig. Dieses kann aber, weil der Betrieb Bestandsschutz genießt, eine komplette Verlagerung nicht verlangen. Auch zu einer 'Einhausung' der lärmintensiven Arbeiten kann man die Firma nicht zwingen. Nach jahrelangen Klagen der Anwohner hatte das Landratsamt schließlich, wie berichtet, Schallschutzmaßnahmen angeordnet, durch die der Krach um zwölf auf gerade noch zulässige 60 Dezibel gesenkt werden soll. Um das zu erreichen, soll die Firma mit einem Kostenaufwand von 400000 Euro eine bestehende Halle verlängern und im Anschluss daran neun bis 13,5 Meter hohe Schallschutzwände errichten lassen. Als sich der Bauausschuss jetzt vor Ort ein Bild von den geplanten Maßnahmen machte, ließen einige Anwohner Dampf ab. Die bestehende Halle, schimpfte einer, bringe nicht den gewünschten Lärmdämpfungseffekt: 'Das ist nur eine große Blechdose.' Weil, vermutet er, das Blechdach nicht genug gedämmt sei: 'Wenn Schnee drauf liegt, ist es nämlich wesentlich besser.' Ein anderer Anlieger plädierte dafür, hinter seinem Anwesen die Wand niedriger als 13,5 Meter zu bauen.

Anregungen an das Landratsamt Diese Anregungen will die Stadt an das zuständige Landratsamt weitergeben. Ansonsten hatte der Bauausschuss nur zu beurteilen, ob die geplanten Lärmschutzbauten, die auf Kemptener Grund stehen werden, 'in städtebaulicher Hinsicht zulässig' sind. Es ging also rein ums Optische. Schließlich stimmte das Gremium mit neun gegen zwei Stimmen zu. Dagegen votierten Hans Mangold (ÖDP) und Dr. Ulrich Rupp (CSU). Beide äußerten Zweifel an der Wirksamkeit der Schallschutzmaßnahmen und plädierten erneut dafür, dass zumindest die lärmintensivsten Arbeiten nicht mehr im Freien stattfinden dürften.

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