Wolfertschwenden
Hochwasserstudie löst erneut Diskussion aus

Eine Hochwasserstudie für Wolfertschwenden hat im Gemeinderat eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Obwohl über die Studie schon seit geraumer Zeit beraten wird, besteht Uneinigkeit über eine mögliche Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen. Zunächst stellte Zweiter Bürgermeister Wolfgang Zuber die Hochwasserstudie nochmals vor. Deren Umsetzung würde finanzielle Mittel in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro erfordern.

Dabei wurde deutlich, dass es im weiteren Umkreis von Wolfertschwenden in den vergangenen Jahrzehnten mehrere so genannte 100-jährliche Hochwasserereignisse (ein Hochwasser, das statistisch im Durchschnitt einmal in 100 Jahren auftritt) gab. In der Gemeinde selbst war dies noch nicht der Fall. Hier gab es in den Jahren 1999, 2002 und 2005 jeweils zehnjährliche Regenereignisse. Aufgrund der Klimaveränderungen stand dennoch die Befürchtung im Raum, dass auch Wolfertschwenden künftig von einem 100-jährlichen Hochwasser betroffen sein könnte. Um genügend Stauraum für ein mögliches Hochwasser zu schaffen, weist die Hochwasserstudie als Lösungsvariante den Bau von vier Rückhaltebecken auf, darunter ein größeres Staubecken und drei kleinere Rückhaltebecken. Wolfgang Zuber wies darauf hin, dass die Gesamtmaßnahme geteilt werden kann und somit nicht alle vier Staubecken gleich zu Beginn gebaut werden müssen.

Zeitdruck wegen Zuschüsse

Je nach Art und Größe der Rückhaltebecken könnte der in der Hochwasserstudie vorgesehene Wasserstand bis zu 7,5 Meter betragen. Die Gesamtkosten der Rückhaltebecken würden sich demnach wie folgt verteilen: «Falken Nord» (rund 720000 Euro), «Wolfertschwenden Süd» (535000 Euro), «Kreisstraße MN 18» (960000 Euro) und «Dietratried» (320000 Euro). Unter Zeitdruck gerät das Ratsgremium bezüglich der Bezuschussung. Ein 75-prozentiges Fördervolumen steht noch bis Ende 2010 zur Verfügung. Danach sinkt die Förderung. «Das ist ein sportliches Ziel, wenn wir die Planung bis dahin noch auf die Beine stellen wollen», erklärte Bürgermeister Karl Fleschhut, der den Staubecken-Standort «Falken Nord» als idealste Variante ansah.

Ratsmitglied Helmut Hirle zweifelte die in der Hochwasserstudie eingestellten Berechnungen über die Niederschlagsmengen bei einem entsprechenden Hochwasserereignis an. Im Hinblick auf das errechnete Stauvolumen von 400000 Kubikmetern befürchtete Hirle ein Ansteigen des Grundwasserspiegels im Ort. Weiter fragte er nach, was mit der Ehwiesmühler Straße passiert, wenn das Staubecken im Ehwiesmühltal gebaut wird. «Eine Verlegung oder Anpassung ist bautechnisch kein Problem», antwortete Wolfgang Zuber.

Ratsmitglied Hermann Pfister betonte, dass die Landschaft im Ehwiesmühltal stark beeinträchtigt wird und er sich deshalb keineswegs sicher ist, dass ein Staubecken im Bereich «Falken Nord» die beste Lösung ist. Über eine Beschlussfassung zum Start der Planungen soll im kommenden Jahr entschieden werden.

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