Hochwassersorgen plagen Ronsbergs Räte

Ronsberg(db). - Sehr umfangreich und teuer sind die Maßnahmen, die zur Hochwasserfreilegung in Ronsberg zu treffen sind und mit denen sich der Marktrat auch in der jüngsten Zusammenkunft sehr ausführlich auseinander setzte. Besonders die erhöhte und schnellere Ankunft der Fluten durch die bessere Ableitung bei Hochwasser in Obergünzburg bereitete den Gemeindeparlamentariern Sorge. Sie forderten, dass der Nachbarort den Bau der vorgesehenen Rückhaltebecken so schnell als möglich in Angriff nimmt. Die Kostenschätzungen des Ingenieurbüros belaufen sich für die Ronsberger Hochwasserfreilegungsmaßnahmen auf insgesamt 3,98 Millionen Euro. Davon sind bereits für die Brücke in der Birkenstraße, für die Hochwassermulde nördlich der Neuenrieder Straße und für die Ableitungen im Huhtamaki-Werksgelände 710000 Euro verbaut worden, so dass noch 3,27 Millionen Euro aufzubringen sind. Darin sind 1,66 Millionen Euro enthalten, durch die das Projekt auf Grund der geänderten Planung teurer wird. Die Änderungen hätten sich aus den Erkenntnissen ergeben, die man bei den letzten Unwettern gewonnen habe, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Marktrat Keidler sprach sich dabei strikt gegen den vorgesehenen Umlaufgraben aus, der im so genannten Nicolauspark wegen der Verlegung und damit Verkürzung des Günzbettes auf Forderung des Fischereiverbandes angelegt werden muss. Die Kosten dafür werden auf 15000 Euro beziffert.

Brücke zu niedrig Ein längerer Diskussionspunkt war auch die Brücke, über die die Staatsstraße 2012 führt. Diese ist zu niedrig angelegt, bei Hochwasser stauen sich davor die Fluten und fließen über die Obergünzburger Straße in den Ort. Auch fließen unmittelbar davor ein Triebwerkskanal und ein Umlaufkanal im rechten Winkel zusammen, was die Rückstaugefahr noch weiter erhöht. Da das Bauwerk aber erst 1954 errichtet worden sei und noch rund 40 Jahre halten werde, so das Straßenbauamt, gebe es keinen Neubau durch den Staat. Einen Neubau müsste die Gemeinde selbst finanzieren. Als Ausweg schlug Marktrat Peter Wertek vor, einen zweiten Durchlass neben der Brücke zu schaffen. Diese Möglichkeit wird untersucht, auch wenn Ingenieur Dieter Ammann darin keine große Entlastung sieht. Viel wichtiger sei, so Ratsmitglied Adolf Zeisele, dem auch die anderen Gemeindepolitiker zustimmten, dass sich das Wasserwirtschaftsamt anschaue, was aus Obergünzburg bei Hochwasser in Ronsberg ankomme. Durch die Hochwasserfreilegungsmaßnahmen der beiden vorgelagerten Nachbarorte sei die Flut viel schneller und in größerer Menge in Ronsberg. Diese könne nicht schnell genug durch den Ort geleitet werden, ohne dass Schäden an Gebäuden, Produktionsstätten, Straßen und Grundstücken entstünden. Daher sei den beiden Gemeinden auch zur Auflage gemacht worden, entsprechende Rückhalteflächen anzulegen. Bis jetzt sei aber hier noch nichts getan worden.

Günzbett verbreitern 'Die vorgesehenen Rückhaltebecken in Obergünzburg müssen gebaut werden', bekräftigte Bürgermeister Kraus, sonst hätten alle Hochwasserfreilegungsmaßnahmen in Ronsberg wenig Wert. Ingenieur Ammann erläuterte, welche weiteren Maßnahmen zur Vermeidung von Hochwasserschäden vorgesehen sind. Dazu zählen beispielsweise die Vertiefung und Verbreiterung des Günzbettes nach der Staatsstraßenbrücke, die Sanierung und eventuelle Erhöhung sowie Verbreiterung der Brücke in der Neuenrieder Straße, die Ufereinfassungen im nördlichen Gemeindebereich und die teilweise Uferbefestigung des Tagwassergrabens im Pommernweg. Als erstes, so Bürgermeister Kraus, müsse aber die Flutmulde südlich des Huhtamaki-Werkes angelegt werden. Damit soll noch heuer begonnen werden. für alles andere sei ein Zeitrahmen zu erarbeiten und die finanziellen Dinge, auch die Zuschüsse und Beteiligungen, zu klären.

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