Hobby-Butler will der Gemeinde dienen

Mauerstetten | kfr | Reinhold Albrecht hat ein außergewöhnliches Hobby: Er schlüpft gern in die Rolle des Butlers. Deswegen zieht er manchmal den Frack an für den Partybetreuungsservice, den er zusammen mit seiner Frau Nicole betreibt. Der Name des Unternehmens mit zehn nebenberuflichen Angestellten lautet 'James' - nach dem Butler in 'Dinner for One'.

Nun möchte Albrecht der Gemeinde Mauerstetten dienen und hat sich deswegen als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen. Da er erst seit anderthalb Jahren im Ort wohnt, ging das ein oder andere Gerücht über ihn herum. 'Es wurde behauptet, ich sei Koch. Dabei will ich niemanden zumuten, das zu essen, was ich gekocht habe', lacht der gelernte Restaurantfachmann.

Als Bürgermeisterkandidat habe er sich aufstellen lassen, da die Leute eine wirkliche Wahlmöglichkeit bräuchten. Sein Hauptanliegen für dieses Amt? 'Es sollte möglich sein, alle gleich gerecht zu behandeln.' Eines seiner Ziele ist die Verbesserung der engen Schulwege. 'Und die Sachen für die ortsansässigen Betriebe ließen sich sicher oft unbürokratischer regeln', so der gebürtige Obergünzburger. Auch solle der Gemeindehaushalt von Mauerstetten weiterhin gesund bleiben und keinen 'Riesen-Neuverschuldung' riskiert werden.

Darüber hinaus will er die Vereine unterstützen, da sie bei der Jugendarbeit wichtige Werte vermitteln könnten. Ein weiteres Thema: 'Die Landwirte haben häufig Probleme mit Hundekot. Als Entschädigung dafür könnte man einen Teil der Hundesteuer verwenden', sagt Albrecht. Für die Senioren wünscht er sich mehr Möglichkeiten für Treffen. 'Vielleicht in Form eines kleinen Einkaufsladens', so der Bürgermeisterkandidat, dessen Hobbys alte Autos sind.

Albrecht beschreibt sich selbst als ehrgeizig, zielstrebig und als Kämpfer ('Ich bin ein Wadelbeißer') mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Wegen seiner Arbeit in Augsburg stehe er jeden Morgen um vier Uhr auf. 'Meine Schwäche ist, dass ich bei meiner Frau nicht ‚nein‘ sagen kann. Zum Beispiel, wenn sie sich ein neues Haustier wünscht', schmunzelt der zweifache Vater. Das Resultat: sechs Kanarienvögel, vier Hühner, ein Mops und drei Havaneser - eine kleinwüchsige Hunderasse, die seine Frau züchtet.

In seiner Freizeit spielt er gern Eishockey, liest den Wirtschaftsteil der Zeitung, hört je nach Stimmung Musik von 'Queen', Mozart und anderen oder versucht sich an Aquarellen. Sein liebsten Hobby ist jedoch der Dienst als Butler. 'Man schlüpft in eine andere Welt. Die Leute, die einen buchen, haben ganz andere Werte und ganz andere Probleme', erklärt Albrecht. Während er als hauptamtlicher Bürgermeister von Mauerstetten seinen Beruf in Augsburg aufgeben müsste, ließe sich für dieses Hobby sicherlich noch Zeit finden.

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