Kaufbeuren
Hilfe zur Selbsthilfe

|oll| Auf den Tag genau 20 Jahre nach seiner Gründung feierte der Caritasverband Kaufbeuren im Haus St. Martin Geburtstag. «Ganz unstrittig ist die Caritas per Definition die tätige und helfende Nächstenliebe», hob Vorsitzender Alexius Batzer bei dem Festakt hervor. «Die Caritas hilft den Menschen auf vielfältige Weise und erfüllt damit einen urchristlichen Auftrag wie er bei Jakobus zum Ausdruck kommt: Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein.»

Die Caritas als katholische Institution ist Batzer zufolge 102 Jahre alt. Sie gibt es in über 150 Ländern der Erde. Ihr Tätigkeitsspektrum hat sich seit ihrer Gründung erheblich verändert. Allein die deutsche Caritas ist ein Konzern mit mehr als 500000 Mitarbeitern. Gebraucht werde sie mehr denn je - unter anderem als Sprachrohr der Schwächeren, so Batzer.

1946, in einer Zeit größter Not, ist Batzer zufolge die Caritas-Kreisstelle Kaufbeuren gegründet worden. Ihre Aufgabe hat damals hauptsächlich im Sammeln und Verteilen von Spenden aller Art bestanden. Auch war sie Stütze und Hilfe für die notleidende einheimische Bevölkerung sowie für die der Stadt zugeteilten Flüchtlinge. Nach der Gebietsreform im Jahr 1975 musste die Kaufbeurer Caritas ihren Wirkungsbereich auf die kreisfreie Stadt beschränken.

Unter dieser Regelung leidet sie mehr denn je, da sich die Unterstützung durch Kirchensteuermittel an der Einwohnerzahl orientiert. Bis zum Jahr 1989 waren die Ortsverbände nicht eigenständig, sondern direkt der Diözesan-Caritasstelle Augsburg unterstellt. Erster Vorsitzender des Kaufbeurer Caritas-Verbands war Hans Rother.

«Einer der kreativsten Verbände»

Der Fall des Eisernen Vorhangs brachte neue gewaltige Aufgaben mit sich. Inzwischen ist der Verband zu einem Arbeitgeber von 25 Angestellten mit einem Umsatz von gut einer Million angewachsen. Auch die Zahl der Fachbereiche - die Drogen- und Insolvenzberatung sowie die Betreuungsstelle etwa - hat sich auf zwölf erhöht. «Wir erfüllen nicht jeden Wunsch der Hilfesuchenden», sagte Batzer. Angesagt sei die Hilfe zur Selbsthilfe.

Bürgermeister Gerhard Bucher meinte, die allgemeine Sozialberatung, Tipps für die Lebensführung, die Schuldner- und Suchtberatung sowie die Betreuung von Menschen, die sich nicht mehr selbst organisieren könnten, sei heute von großer Bedeutung. Diese Menschen brauchen Stellen, wo sie Unterstützung, Halt und neuen Mut finden.»

Caritas-Pfarrer Franz Römer sprach passend zum Geburtstag der Einrichtung ein geistliches Wort. Pfarrer Dr.Andreas Magg vom Diözesan-Caritasverband sagte, der Kaufbeurer Verband gehöre zu den «innovativsten und kreativsten Verbänden - eine Tochter, auf die wir sehr gerne schauen und nach Möglichkeit fördern». Rainer Linke, seit der Jahrtausendwende Verbands-Geschäftsführer, stellte die «Gesichter der Caritas» vor. Musikalisch begleiteten Antonia Janko, Philipp Muron und Christoph Müller mit Klavier, Klarinette und Violine die Feierlichkeiten.

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