Hilfe für Senioren in Rumänien

Buchloe/Kaufbeuren (rö). - 91 Prozent der Rentner in der Großstadt Neumarkt in Siebenbürgen erhalten nur das Minimaleinkommen - weniger als 60 Euro im Monat. Für Medikamente oder Pflege ist kein Geld da. Hier setzt die rumänische Caritas an, die in der Region ein Netz von Pflegestationen aufgebaut hat und nun eine Sozialstation für häusliche Pflege und ein Tagespflegezentrum einrichten will. Für dieses Projekt möchte auch Helmut Winkler von der Buchloer Rumänienhilfe Spenden sammeln. Bei Winkler, der sich seit rund 14 Jahren in der Rumänienhilfe engagiert und zu Vertretern der rumänischen Caritas engen Kontakt pflegt, waren nun der Direktor der Caritas Alba Julia, J&po_135;nos Sz&po_135;sz und Dr. Andr&po_135;s M&po_135;rton zu Gast. Sie berichteten über das neue Krankenpflegeprojekt, das M&po_135;rton koordiniert. Die beiden Caritas-Mitarbeiter waren zuvor bereits bei Partnern in Stuttgart gewesen und statteten auch der Kaufbeurer Hilfsorganisation humedica einen Besuch ab, von der die rumänische Caritas unter anderem mit Medikamenten, Verbandsmitteln und Pflegehilfsmitteln unterstützt wird. Das Ziel ihrer Reise: Dank zu sagen für die Unterstützung und Spenden zu sammeln für das geplante Tagespflegezentrum in der Bezirksstadt Neumarkt (Tirgu-Mures) in Siebenbürgen und die Sozialstation für häusliche Pflege.

Ernüchternde Zahlen Die Zahlen, die M&po_135;rton mitbringt, sind ernüchternd: 91 Prozent der Rentner - das sind 33000 Personen - in Neumarkt erhalten nur die Minimalrente von rund 60 Euro im Monat. Ein Großteil des Geldes geht bereits für Heizkosten drauf - die Region ist eine der kältesten in Rumänien. Es reicht kaum zum Leben, für Medikamente oder Arztbesuche ist kein Geld da, weitere staatliche Unterstützung gibt es nicht. Die Menschen leben meist in den aus kommunistischer Zeit stammenden Hochhäusern. Zwar, so M&po_135;rton, konnten die meisten die Wohnungen nach der Wende günstig vom Staat erwerben. Doch die Wohnungen seien mittlerweile in miserablem Zustand. Geld für eine Renovierung habe keiner.

Schwierig auf dem Land Noch schwieriger gestalten sich laut M&po_135;rton die Verhältnisse auf dem Land: Das Durchschnittsalter in den meisten Dörfern liege schon bei 55 Jahren, und die Rentner - meist ehemalige 'Kolchosenrentner' - haben im Schnitt zwölf bis 15 Euro Rente im Monat. Die ärztliche Versorgung ist katastrophal. 'Wenn einer einen Krankenwagen braucht, wird erst nach dem Alter des Patienten gefragt. Wenn er über 60 ist, kommt keiner mehr.' Begründung: Für alte Leute ist kein Geld da. Die rumänische Caritas hat unter anderem auch mit Fördermitteln der Europäischen Union sowie Geldern aus Deutschland und Österreich ein Netzwerk von 22 Pflegestationen im Kreis Harghita eingerichtet, in denen sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer um die Menschen kümmern. Angeboten wird Grundpflege, aber auch häusliche Pflege und Hilfestellung im Alltag. Allein im vergangenen Jahr wurden im Kreis 2600 an Haus und Bett gebundene Pflegebedürftige versorgt. In diesem Jahr sollen weitere sechs Pflegestationen eingerichtet werden. In Neumarkt wurde ein Haus eingerichtet, in dem 120 Personen Pflege erhalten. Dazu sollen zwei Tagesgruppen kommen, in denen die alten Menschen beschäftigt werden. Auch hier sind zahlreiche ehrenamtliche Helfer, insbesondere Studenten von der sozialpädagogischen Fakultät, eingesetzt. Doch die finanziellen Mittel sind äußerst knapp. i Für dieses Projekt wirbt deshalb auch der Buchloer Helmut Winkler. Wer spenden möchte, kann Geld überweisen auf das Spendenkonto des Welt-Ladens, Abteilung Rumänienhilfe, Kontonummer 203303934 bei der Raiffeisenbank Buchloe, BLZ 73460046.

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