Hilfe bei Essstörungen, Ängsten oder Krisen

Kaufbeuren(mab). - Offiziell eröffnet wurde die neue Abteilung mit Schwerpunkt Psychotherapie und Psychosomatik am Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus (BKH) vom neuen schwäbischen Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichert (wir berichteten bereits kurz). Die Eröffnung geschah im Zusammenhang mit dem Antrittsbesuch des CSU-Politikers in der Kaufbeurer Einrichtung. Mit der neuen Station will das BKH neue Patientenzielgruppen ansprechen. Dort werden Menschen unter anderem mit Ess-, Angst- oder Zwangsstörungen, akuten Lebenskrisen, Depressionen oder auch Borderline-Syndromen behandelt. 'Ich habe als Siebenjähriger schon einmal jemanden hier im BKH besucht', erinnerte sich Reichert (Jahrgang 1951). 'Wenn man heute dagegen das Haus betritt, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht.' Das BKH wirke freundlich, hell und offen. Das Düstere und Verschlossene gehöre sicherlich vergangenen Tagen an, meinte Reichert weiter. 98 Prozent der Patienten seien heute freiwillig im BKH. 'Es ist wichtig, dass das Problem psychischer Erkrankungen im Bewusstsein der Menschen noch mehr in den Bereich der Normalität gebracht wird', so Reichert weiter. Ein wichtiger Baustein dabei sei die neue Station für Psychotherapie und Psychosomatik. Sie entstand in einer früheren psychiatrischen Station, die für 200000 Euro (aus Eigenmitteln des BKH) für den neuen Bestimmungszweck saniert wurde. Ärztliche Leiterin der neuen (und permanent frei zugänglichen) Station mit 22 Betten ist die Oberärztin Dr. Pia Hirschberger. 'Etwa die Hälfte der Patienten kommt zur Krisenintervention, die andere Hälfte kommt nach Vorgesprächen mit einem konkreten Therapieziel', so Hirschberger. Einzugsgebiet sei der Bereich zwischen Bobingen, Kaufbeuren und Füssen. Die durchschnittliche Verweildauer betrage acht bis zwölf Wochen, alle Altersgruppen ab 18 Jahren seien vertreten. 'Es kommen etwas mehr Frauen zu uns, das liegt aber daran, dass Frauen eher bereit sind, hierher zu gehen', so Hirschberger.

Freiwilligkeit ist Voraussetzung Voraussetzung für eine Aufnahme in die Station sei, dass man freiwillig kommt und psychisch in der Lage ist, an dem Stationsprogramm teilzunehmen. Weil viel über Gespräche und weniger über Medikamente läuft, müsse der Patient auch Deutsch können. Das Angebot der neuen Abteilung ähnle dem anderer psychosomatischer Kliniken wie in Windach oder Buching. 'Unsere Patienten sind aber vom Krankheitsbild eine Spur schwerer dran', so Hirschberger. Insofern schließe die Station eine Versorgungslücke, die bislang zwischen den Bezirkskrankenhäusern und Häusern wie in Windach oder Buching bestand. 'Sollte sich ein Patient vom Zustandsbild her verschlechtern, können wir notfalls Kriseninterventionen auf psychiatrischen Stationen bieten, wobei die Bezugspersonen trotzdem im Haus und somit ansprechbar sind', erläuterte Pflegedirektor Bertram Sellner weiter. Thomas Düll, Direktor der schwäbischen Bezirkskrankenhäuser, betonte, dass 'psychosomatische und psychotherapeutische Behandlungen schon immer im BKH durchgeführt wurden.' Nun habe man aber diese Kompetenzen auf einer Station gebündelt, um auf diese Weise weitere Patientengruppen anzusprechen.

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