Hier ist die Finanzwelt noch in Ordnung

Denklingen (gum). - Zur Bürgerversammlung für alle drei Ortsteile der Gemeinde Denklingen hatte Bürgermeisterin Viktoria Horber turnusmäßig in die Denklinger Turnhalle eingeladen. Vor nur etwa 80 interessierten Bürgern dankte sie Mitarbeitern, Gemeinderäten und allen ehrenamtlichen Helfern, 'die sich das ganze Jahr zum Wohl der Gemeinde einsetzen.' Zum Stichtag 31. Dezember 2003 hatte Denklingen 2438 Einwohner. Die Finanzlage der Gemeinde ist dank der Gewerbesteuer ausgeglichen. 'Höhere Steuereinnahmen ziehen hohe Umlagen nach sich und wir kriegen keine Schlüsselzuweisungen', erklärte Bürgermeisterin Horber weiter. 'Ein Punkt Kreisumlage entspricht etwa 24300 Euro. Das trifft einige Gemeinden härter. Aber wir sitzen alle miteinander in einem Boot. Die schlechte Finanzlage vieler Gemeinden sollte von der Regierung besser zur Kenntnis genommen werden', kritisierte sie. Die Bürgermeisterin erläuterte auch die gemeindlichen Maßnahmen des abgelaufenen Jahres. Das erforderliche Sicherheitskonzept in der Schule sei umgesetzt, die Epfacher Schule erhielt eine Brandschutzanlage. Die Turnhalle wurde renoviert, jedoch sei dabei ein Malheur passiert: 'Die Schallschutzdecke wurde mit falscher Farbe gestrichen, jetzt ist, wie man hören kann, die Schallschutzwirkung weg. Über das weitere Vorgehen wird erst noch beraten.' Dank der Mithilfe der Elterninitiative wurde in Epfach ein Kinderspielplatz errichtet. Der Zweckverband der Fuchstalgemeinden mit dem mobilen Jugendsozialarbeiter Moritz Hartmann sei der richtige Weg, 'aber schnelle Erfolge sind nicht zu erwarten', erklärte Horber. Für die Bürger erfreulich, blieben die Wasser- und Abwassergebühren unverändert, man habe einen kleinen Puffer. Bei den Friedhofsgebühren dürften gemeindliche und kirchliche Gebührensätze nicht verglichen werden. 'Auf uns kommen erhebliche Bau- und Renovierungsarbeiten zu, zudem werden Urnenmauern errichtet.' Bei den Immobilien 'haben wir ein gutes Polster von ausreichend Bauplätzen', so die Bürgermeisterin. Zwei gemeindeeigene Häuser, das alte Lehrerhaus in Epfach und das Liegenschaftshaus in Denklingen, wurden verkauft. Geschäftsstellenleiter Johann Hartmann erläuterte Finanzlage und Haushalt: Der Gesamtetat 2003 belief sich auf 5,11 Millionen Euro. Dem Vermögenshaushalt wurden 395000 Euro zugeführt und die Rücklagen wurden um 263000 auf 2,5 Millionen Euro erhöht. Obwohl um 300000 Euro reduziert wurde, habe man mit 3,68 Millionen oder 1502 Euro pro Kopf einen der höchsten Schuldenstände im Landkreis Landsberg. 'Unsere Finanzen sind in guten Händen, wir haben in diesem Jahrtausend noch keine neuen Schulden gemacht', hieß es jedoch.

Einsatz für B17-Wünsche Als Gast gratulierte Landrat Eichner: 'Hier ist die Finanzwelt noch in Ordnung. Seien Sie froh, zu den Gebern statt zu den Nehmern zu gehören.' Der Kreis könne sich freiwillige Leistungen nicht mehr gönnen. Größter Kostenfaktor seien momentan die Schulen. Der Landrat versprach, sich für die Denklinger Wünsche zur B17 neu einzusetzen. Anschließend stellte sich Jugendsozialarbeiter Moritz Hartmann vor. Die ehrenamtlichen Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes, Klaus und Renate Himmel sowie Angelika und Michael Hirschvogel, präsentierten mit Vortrag und Bilderschau ihre Aufgaben und Einsätze. In der Diskussion nahmen Bürger daran Anstoß, dass das so genannte Liegenschaftsgebäude ohne Ausschreibung und zu billig an die Mieter verkauft worden sei. Horber erwiderte: 'Es hätte zu hohe Sanierungskosten verursacht. So hat sich der Gemeinderat einstimmig und sozialverträglich gegenüber den Mietern für den Verkauf entschieden.'

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