Hier darf weiter gequalmt werden

Buchloe | rim | Sechs Zigaretten glimmen und einer isst. Die Chili con Carne schmecken Günther Maier (38) trotzdem, obwohl er Nichtraucher ist. Maier hat sich bei der Gründung des ersten Buchloer Raucherclubs in der Pilsbar 'Zum Franz' gleich seine Lieblingszahl 69 als Mitgliederzahl reservieren lassen. 'Der Rauch stört mich nicht', sagt er. Auf dem Tresen stehen Biergläser, daneben weiße Aschenbecher mit dem Logo eines amerikanischen Zigarettenherstellers. Wirklich verschwunden waren sie nie. Gestört hätte es den Nichtraucher Maier nun nicht gerade, wenn niemand mehr in seiner Stammkneipe gequalmt hätte. 'Ob ich weiter gekommen wäre, glaube ich aber fast nicht', meint er, weil er allein in der Kneipe gesessen wäre.

Peter Ullmann (38), der neben ihm sitzt, wäre zum Beispiel nicht mehr gekommen. Um das zu verhindern, hat der Wirt Franz Groth (47) erst einmal die Übergangsregelung in Anspruch genommen und die Aschenbecher auch nach dem 1. Januar stehen lassen. 'In der Zwischenzeit habe ich mich beim Landratsamt um die Formalitäten gekümmert', sagt Groth. Es habe ein wenig gedauert. Draußen müsse ein Schild auf den Club hinweisen, das hat er angebracht. Dann muss jedes Mitglied eine Clubkarte bei sich tragen. Die hat er ausgegeben. Und im Falle einer Kontrolle hat er eine Liste vorzuweisen, wer zum Club gehört. Die liegt unter dem Tresen.

Das Clubregister umfasst mittlerweile 51 Mitglieder, erzählt Groth. 14 davon sind Nichtraucher. Sie zahlen pro Jahr fünf Euro Mitgliedsbeitrag. Die gesamte Summe, die der Club dadurch eingenommen hat, soll später im Jahr einem gemeinnützigen Zweck zugute kommen, sagt Groth.

Obwohl sich nun die Aufregung in der Pilsbar 'Zum Franz' um das Rauchverbot legen könnte, bleibt es immer noch Thema. Das kann zum Beispiel ein Artikel in der Buchloer Zeitung sein, in dem stand, dass nun auch mehr Frauen mit Kinderwagen in die Cafés kämen. Und die Stammgäste sind sich gleich sicher, dass in die Eckkneipe bestimmt keine Mutter mit Kinderwagen käme. 'Und der ganze bürokratische Aufwand hinter dem Gesetz kostet Millionen Euro Steuergelder', sagt Heiko Forster (43). Dann wird wieder zur nächsten Kippe gegriffen.

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