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«Hervorragende Art von Gehirnjogging»

Jeden Freitagabend wird in «Jupps Keglerstuben» gemischt, gereizt und gestochen auf Teufel komm raus. Jeweils drei Spieler kämpfen um Punkte für die Vereinsmeisterschaft. So ist es bei den Skatfreunden 59 Kempten schon seit 50 Jahren.

Mitten drin in der Runde sitzt Hans Zikofsky. Ein 84-jähriges Skat-Urgestein, für den das flotte und vielfältige Spiel mit zehn Karten «eine hervorragende Art von Gehirnjogging» ist. 28 Jahre führte er den Verein, heimste mit seiner zweifachen bayerischen Meisterschaft der Senioren die größten Cluberfolge ein. Nun macht er sich Sorgen um den Nachwuchs: Die Höchstzahl von gut 30 Mitgliedern habe sich halbiert, man suche dringend Nachwuchs, betont der Altmeister. Dabei könne sich das Angebot durchaus sehen lassen, meint Kassier Gotthard Larsch. Die Gemeinschaftspflege stehe ganz oben. So statte man Osterhase und Nikolaus mit reichlichen Gaben aus. «Bei der Weihnachtsfeier gibt es Geschenkkörbe und Höhepunkt ist der jährliche Ausflug», so Larsch. Vergangenes Jahr habe der Skatverein Kloster Andechs besucht und eine Schifffahrt auf dem Ammersee genossen.

«Dabei geben wir den Monatsbeitrag von drei Euro und die 50 Cent pro verlorenes Spiel wieder an die Mitglieder zurück», erklärt der Kassier und Festorganisator.

Er hatte im November viel zu tun, als die «59er» ihr 50-jähriges Gründungsjubiläum feierten. Beim Preisskat waren auch die anderen Kemptener Skatvereine (Illerbuben und Skatrunde 85) mit von der Partie.

Wöchentlicher Treff ist ein Muss

Dass man bei den Skatfreunden «mit offenen Armen» aufgenommen wird, kann das Ehepaar Gerhard und Bärbel Schukowski aus Hamburg nur bestätigen. Nach seiner Karriere als Marine-Kapitän bei der Bundeswehr suchten die beiden einen Altersruhesitz im Süden und blieben in Kempten.

Weil beide von jung auf gerne Skat spielen, bot sich der Kontakt geradezu an. Freilich, wenns geht, wollen Gerhard und Bärbel schon an verschiedenen Spielrunden teilnehmen. «Denn sonst könnte ja der Haussegen schief hängen», schmunzelt das Ehepaar. Natürlich ist der wöchentliche Spieltreff für alle freiwillig, aber für die meisten doch ein Absolutes muss. Senior Zikofsky würde am liebsten gleich «tageweise» spielen, ist zu hören. Und der ehemalige selbstständige Versicherungskaufmann Helmut Kroha fehlt nur, wenn ihn sein Motorrad im Sommer in die Ferne treibt. Auch der seit zwei Jahren fungierende Vorsitzende Werner Schmid pflegt noch andere Hobbys, wie Radfahren, Laufen und Tischtennis spielen. Aber den Skat-Freitag hält er sich unter fast allen Umständen frei. Zum Wohlgefallen seiner Mitspieler, denn Schmid gilt als ruhender Pol der Skatfreunde 59 Kempten.

Umso mehr würde er sich freuen, wenn neue Frauen oder Männer in den Club «hineinschnuppern». Denn die vielen Freizeitmöglichkeiten jüngerer Menschen machen den Kartlern schon zu schaffen.

Wer sich für den Skatclub interessiert, kann unter Telefon (0831) 75 265 Kontakt aufnehmen.

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