Hergatz stimmt jetzt gegen Fusion der Wehr

Trotz offiziellem Rüffel nur knappe Mehrheit für den Rückzieher Hergatz (sza). Es war nurmehr ein formaler Akt, aber mit hohem Symbolwert: Der Gemeinderat Hergatz kippte seinen Beschluss zur Zusammenlegung der beiden Ortsfeuerwehren Maria-Thann und Wohmbrechts - allerdings mit einer relativ knappen Mehrheit von 8:6 Stimmen..

Wie berichtet, hatte das Landratsamt den Fusionsbeschluss aus rechtlichen Gründen beanstandet. Wenn der Gemeinderat nicht selbst einen Rückzieher gemacht hätte, hätte das Landratsamt den Beschluss durch eine 'Ersatzvornahme' ausgehebelt. Das Ergebnis stand also schon vor der Sitzung im vollbesetzten Pfarrsaal in Wohmbrechts fest. Gemeinderätin Kornelia Karg von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) hatte die Schuldigen für die Misere längst ausgemacht: Die Gemeinsame Liste Hergatz (GLH), die mit ihrer Mehrheit Anfang November die Fusion beschlossen hatte. Damals schon hat Dr. Klaus Müller (UBL) auf die Rechtswidrigkeit hingewiesen und das Landratsamt kurz darauf seine Bedenken geäußert. Trotzdem habe die GLH nicht ihren Kurs geändert, klagte Karg: 'Soviel zum Thema: Hergatz liegt mir am Herzen.'Martin: Neuer Beschluss ist weise Andrea Warthemann von der GLH verteidigte die damalige Abstimmung. Es sei ein Beschluss im Sinne der gesamten Gemeinde gewesen, der niemanden vor den Kopf stoßen sollte. Dann jedoch sei die Situation eskaliert. Warthemann schlug einen Kuhhandel vor: Was bietet die Feuerwehr Maria-Thann, wenn die GLH von ihrem Beschluss abrückt? Antwort erhielt sie freilich keine. Bürgermeister Horst Martin bemühte sich die Gräben zuzuschütten, die durch die monatelange Feuerwehrkrise in Hergatz aufgerissen worden sind. Einerseits nahm er Gemeinderäte gegen Anfeindungen in Schutz. Das Votum für oder gegen eine Zusammenlegung sei eine Gewissensentscheidung gewesen, die niemandem verübelt werden dürfe, so Martin. Andererseits warb er für Vertrauen in die beiden Ortsfeuerwehren. Sein Appell: 'Es wäre weise, diesen Beschluss aufzuheben.'Die meisten Räte folgten Martins Rat, darunter mit Adalbert Sohler und Wolfgang Speer auch zwei GLH-Räte. Der Rest der GLH stimmte gegen die Rolle rückwärts, darunter auch Warthemann. Sie sagte später auf Nachfrage, dass sie nach wie vor von der politisches Richtigkeit der damaligen Entscheidung überzeugt ist und dies auch zum Ausdruck bringen wollte. Zudem habe sie bei vielen Bürgen Zuspruch für das jetzt gekippte Fusions-Votum geerntet.

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