Heiße Spur zur Kronen-Sammlung

Neugablonz/London | avu | Befindet sich die Kronen-Sammlung aus dem Hause Posselt in britischer Hand? Die Hinweise mehren sich. Derzeit führt eine heiße Spur zu einem Unternehmen mit Sitz in der Nähe von London. Sylwia Pohl aus Neugablonz möchte dem nun nachgehen. Wie berichtet, sollen einige Kronen-Nachbildungen über andere Exponate aus dem Neugablonzer Unternehmen Posselt hinaus in einer neuen Abteilung des Isergebirgsmuseums Platz finden.

Die Nachbildung von Kronen, Zeptern und Reichsäpfeln galt als Hobby des 1995 verstorbenen Schmuckgürtlers Karl Posselt. Er schuf Duplikate der Kronen des Schahs von Persien, der St. Wenzelskrone, von Karl dem Großen, Kleopatra und Zar Iwan dem Schrecklichen. Doch die Stücke gelten als verschollen. Viele der rund 100 Stücke wurden einst als Auftragswerke in alle Welt verkauft; sie gelten als Beispiele der künstlerischen Schaffenskraft aus der Gablonzer Industrie. Viele der Repliken von Kronen der Mächtigen dieser Welt sind im Wuppertaler Kronenmuseum von Jürgen Abeler ausgestellt. Mit diesen Stücken wird das Isergebirgsmuseum aber nicht rechnen können. Die Suche erstreckt sich deshalb ins Ausland.

Einst unterhielt die mittlerweile verstorbene Engländerin EvelineMcCullach in den USA eine Kronen-Sammlung mit Exponaten aus Neugablonz, erinnert sich Jürgen Posselt, der Sohn des Kronenmachers. McCullach kaufte über die Exportfirma Klaar immer wieder in Neugablonz ein. Und auch das Historiendrama Peter der Große mit Maximilian Schell wurd mit Requisiten aus der Neugablonzer Werkstatt gedreht. Mittlerweile fokussiert sich die Suche nach den McCullach-Stücken auf England.

Dorthin pflegte Hans Stegmayer mit seiner Firma Klaar intensive Geschäftsbeziehungen. Das frühere Exportunternehmen war der größte Betrieb seiner Art - erst in Alt-, dann in Neugablonz. Stegmayer wählte kurzerhand die Telefonnummer eines früheren Vertreters der Firma in London, nachdem er von der Suche in der Allgäuer Zeitung gelesen hatte. 'Der Kollege gab einige interessante Informationen preis', sagt er. Ein Ägypter namens Nassar Nayyar musste demnach die Sammlung von einer Nichte McCullachs nach deren Tod gekauft und in London ausgestellt haben. Mittlerweile könnten sich zumindest einige der Kronen bei einem Unternehmen namens Juliette Design in Islington bei London befinden.

Auf die Suche nach den Kronen machte sich kürzlich unter anderem Sylwia Pohl. Sie möchte nun Kontakt mit dem Unternehmen in Islington aufnehmen.

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