Heimfahrt der Schüler ungeklärt

Von Andreas Filke, Marktoberdorf/Ostallgäu - Schon im September soll es starten, aber so recht weiß im Moment noch niemand, welche Folgen das achtstufige Gymnasium gerade für ländliche Regionen wie das Ostallgäu mit sich bringt. Ein ungeklärter Punkt ist die Schülerbeförderung am Nachmittag. Das Marktoberdorfer Gymnasium habe durch seinen musischen Zweig einen sehr weiten Einzugsbereich. Deshalb kann es nach Auffassung von Direktor Dr. Lorenz Deuringer da zu Schwierigkeiten kommen. Weil das G8 zunächst die jüngeren Jahrgänge betreffe, sei das Problem noch nicht akut. Bis aus Schwangau, Nesselwang, Irsee und sogar Landsberg kämen seine Schüler, umreißt Deuringer das Gebiet. Er geht davon aus, dass 'eine Renaissance des Internats mit dem G8 wohl nicht verbunden ist'. Eine mögliche Lösung des Fahrproblems könne deshalb sein, die Schüler früher gehen oder die ein oder andere Stunde ausfallen zu lassen. Auch auf Chor, Instrumentalgruppe oder Big Band sieht er schwierigere Zeiten zukommen. Es könne durchaus sein, dass regulärer Unterricht parallel laufe und Schüler deswegen diese Angebote nicht mehr nutzen können. Ebenso sei denkbar, dass Schüler nicht mehr bereit seien, angesichts des vermehrten Unterrichts am Nachmittag noch einen weiteren Nachmittag für die Musik zu opfern. Vor dieses Problem sehe sich die Schule aber erst in einigen Jahren gestellt, sagt Deuringer. Die vorläufige Stundentafel für das G8 sehe in den fünften bis achten Klassen zwischen 32 und 35 Wochenstunden vor. Daher seien die Kindern nur an ein bis zwei Nachmittagen durch den Unterricht gebunden. Bislang sei die Heimfahrt der Schüler gewährleistet. Sie erfolge im Rahmen der normalen Buszeiten des öffentlichen Linienverkehrs. Der Direktor will aber künftig 'da und dort Härtefälle' nicht ausschließen. Dann sei zu entscheiden, inwieweit durch Busse oder Anrufsammeltaxis (AST) eine Lösung gefunden werden kann. 'Da gab es noch nie Probleme mit den Busunternehmen.'

Schon jetzt fahren viele selbst 'Es wird mehr Einzelfälle geben', vermutet ebenso Franz Xaver Schiele, beim Landratsamt für die Schülerbeförderung zuständig. Doch eins sei klar: 'Wenn was notwendig wird, muss man es wieder einrichten.' Ob die Kinder dann per Bus oder per AST transportiert werden, sei eine Kostenfrage. Dabei will Schiele nicht ausschließen, dass es zu Wartezeiten kommen kann. Die gibt es schon jetzt häufig für Kinder, die nachmittags Unterricht haben, etwa Sport. Dann endet die achte Stunde um 15.30 Uhr, der nächste Bus zum Beispiel nach Bidingen fährt laut Fahrplan um 16.20 Uhr und das auch nur mittwochs und donnerstags. Zur gleichen Zeit startet der Linienbus in Richtung Unterthingau und Görisried, wobei die Kinder am Bahnhof einsteigen müssen. Das Schulzentrum wird nicht mehr angesteuert. Stöttener Kinder kommen gar erst um 17 Uhr vom Bahnhof weg. Und nach Ruderatshofen, so geben die Fahrpläne der für den Schülertransport zuständigen Regionalbus Augsburg (RBA) aus dem Internet Auskunft, fährt der Bus ab Bahnhof um 16.40 Uhr. Kein Wunder, dass da viele Eltern ihre Kinder häufig selbst in Marktoberdorf abholen.

'Kann auf Eltern was zukommen' Gerade den Nachmittag, das sieht auch Schiele, 'müssen wir besser abdecken'. Dazu brauche er den Stundenplan des Gymnasiums. 'Wir müssen frühzeitig darüber reden', pflichtet ihm RBA-Betriebsleiter Theodor Schneider bei. Frühzeitig heiße zu Beginn der Sommerferien. Denn jede Fahrplanänderung müsse von der Regierung von Schwaben genehmigt werden und brauche daher seine Zeit. Zu Beginn der Ferien, entgegnet Direktor Deuringer, sei es jedoch undenkbar, einen Stundenplan zu erstellen. Dies sei wegen der Zuteilung der Lehrer und damit der Stunden 'frühestens Ende August, eher Anfang September' möglich. Doch da sind die Fahrpläne geschrieben. 'Da kommt eventuell auch auf die Eltern noch was zu', vermutet Schiele wahrscheinlich nicht ganz zu Unrecht.

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