Heftige Beschimpfungen kommen teuer

Kaufbeuren/Ostallgäu (bbm). - Wegen einer abgestellten Außenbeleuchtung geriet ein 37-jähriger Ostallgäuer im Juli vergangenen Jahres derart in Rage, dass er ein Ehepaar mit ehrenrührigen Ausdrücken und dem so genannten Stinkefinger beleidigte. Daraufhin erhielt er einen Strafbefehl über 1400 Euro, gegen den er Einspruch einlegte. Im Strafverfahren vor dem Kaufbeurer Amtsgericht wurde berücksichtigt, dass das derzeitige Einkommen des Mannes deutlich geringer ist als im Strafbefehl angenommen. Das Urteil lautete schließlich auf 750 Euro Geldstrafe. Der sichtlich erregte Angeklagte hatte dem Gericht zuvor die Vorgeschichte der Auseinandersetzungen geschildert: Er habe seinerzeit vor allem nachts gearbeitet und sei deshalb auf die per Bewegungsmelder ausgelöste Außenbeleuchtung des Hauses angewiesen gewesen. Der Strom dafür stamme aus dem Anschluss einer anderen Mieterin. Als dieser Frau (33) im Sommer vergangenen Jahres der Strom abgestellt wurde, habe er sich aus Angst, dass ihm in dem dunklen Hof etwas passieren könne, sehr aufgeregt. Weil die Rechnungen der jungen Frau offenbar über das Konto einer Bekannten liefen, rief der Angeklagte diese zu Hause an und beschimpfte sie unter anderem als 'fette Schlampe'. Als die Frau mit ihrem Mann wenige Stunden später zum Anwesen kam, fielen erneut Beleidigungen. Außerdem zeigte der Angeklagte dem Ehemann den so genannten Stinkefinger. Bei dieser Auseinandersetzung, so der Angeklagte, sei er provoziert worden.

Man habe ihn 'ausgelacht und nicht für voll genommen'. Wenige Tage später kam es im Hof zu einem erneuten Vorfall, bei dem die Frau wieder beschimpft wurde. Während der 37-Jährige zu den Beleidigungen geständig war, bestritt er zwei weitere Anklagepunkte, in denen ihm Bedrohung und Körperverletzung zur Last gelegt wurden. Laut Anklageschrift hatte er die Frau beim dritten Vorfall in ihren Autositz gedrückt und sie dabei an der Schulter gekratzt. Außerdem habe er zu ihr gesagt, dass bis zum nächsten Tag der Strom wieder da sein müsse, sonst würde er sie 'wegmachen'. Diese Vorwürfe seien 'erstunken und erlogen', empörte sich der Angeklagte. Er habe die Frau zwar gepackt und in den Sitz gedrückt, sie aber nicht verletzt. Auch sei nicht von 'Wegmachen' die Rede gewesen. Er habe vielmehr gesagt, er lasse sich nicht auslachen. Diese Schilderung hielt der Staatsanwalt für durchaus glaubhaft: Der Angeklagte habe ansonsten eigentlich alles offen eingeräumt und nur die Bedrohung vehement bestritten. Weil ein Schuldspruch im Urteil letztlich nicht mehr entscheidend ins Gewicht gefallen wäre, wurde das Verfahren bezüglich der Bedrohung und Körperverletzung eingestellt. Der Richter hielt dem Angeklagten im Urteil sowohl sein Geständnis als auch sein bislang vorstrafenfreies Leben zugute. Positiv sei auch, dass es im Haus bislang offenbar keine weiteren Querelen mehr gegeben habe. Der Richter fügte abschließend hinzu: 'Ich kann nur hoffen, dass es auch so bleibt.' Vor dem Kadi

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