Kaufbeuren / Ostallgäu
Handwerk will vorbauen

Das Handwerk hat goldenen Boden. Wer kennt sie nicht, die alte Volksweisheit? Doch hin und wieder muss dieser Boden poliert werden, denn auch die Handwerksbetriebe werden von Sorgen geplagt.

Die Unternehmen selbst sehen ihre Leistungen für die Wirtschaft nicht immer ausreichend gewürdigt. Zudem verschärft sich der Fachkräftemangel wegen der demografischen Veränderungen, weshalb die Kammern vorbauen möchten. Eine bundesweite Imagekampagne, die am Wochenende startete, soll sich auch in Kaufbeuren und im Ostallgäu deutlich bemerkbar machen. Sie greift dieses und andere Themen auf plakative Weise auf. «Unser Ziel ist es, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks zu zeigen und Jugendliche für eine Ausbildung dort zu begeistern», so Kreishandwerksmeister Robert Klauer. Zudem soll gezeigt werden, dass handwerkliche Berufe nicht nur in traditionellen, sondern auch in hochtechnologischen Bereichen zu Hause sind. Wie sähe unser Leben ohne Handwerk aus? Diese Frage beantworten zum Auftakt der Kampagne am heutigen Samstag um 20.14 Uhr erstmals TV-Spots. Doch die Imagewerbung des deutschen Handwerkskammertages, dem Dachverband der 53 Handwerkskammern, soll einige Wochen später auch bis ins kleinste Ostallgäuer Dorf durchschlagen. Mit unübersehbarer Botschaft - auf großflächigen Plakaten, T-Shirts und Fahrzeugbeschriftungen etwa. «Handwerksbetriebe sind als Botschafter der Kampagne mit Werbemitteln ausgestattet», so Klauer. Der Slogan «Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.» thematisiere Größe, Innovationskraft, Vielfalt und Lebensnähe des Handwerks.

Dass die auf fünf Jahre angelegte Kampagne notwendig ist, belegt Klauer mit Zahlen. Er verweist auf das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, nach der die Bedeutung des Handwerks in der Gesellschaft unterschätzt wird - besonders unter Jugendlichen. Dabei sei das Handwerk mit 4,8 Millionen Beschäftigten und rund 500 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft.

Allein in Kaufbeuren und im Ostallgäu gab es im vergangenen Jahr rund 2700 Handwerksbetriebe mit 12500 Beschäftigten. Nach Angaben der Handwerkskammer Schwaben wurden von ihnen 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zudem bilden diese Handwerksbetriebe 1500 Lehrlinge aus. Geeignete Auszubildende zu finden, werde für viele Unternehmen jedoch immer schwieriger, so Klauer. Auch diesen jungen Leuten soll die Kampagne vermitteln, dass Handwerk nach wie vor goldenen Boden hat.

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