Haltet das Geld zusammen

Lindau/Westallgäu | ee | Für Kreiskämmerer Josef Nuffer ist es der vorletzte Haushaltsplan seines Berufslebens, den er jetzt vorgelegt hat: Der ist fast 65 Millionen Euro schwer und sieht etliche Investitionen vor allem in den Schulen vor. Trotzdem nimmt der Kreis keine neuen Kredite auf, sondern baut vielmehr seinen Schuldenberg ab.

'Gebt acht aufs Geld, haltet es zusammen.' Das schreibt Landrat Dr. Eduard Leifert zu Beginn seiner letzten Haushaltsberatung den Kreisräten aufs Banner. Er ist vor sechs Jahren angetreten mit dem Vorsatz, die Schulden des Landkreises abzubauen. Die lagen am Ende seines ersten Amtsjahres 2002 bei 33,5 Millionen Euro - einschließlich Sondertilgungen wird der Kreis Ende 2008 mit 34 Millionen Euro in der Kreide stehen.

Da Kämmerer Nuffer wie im Vorjahr wieder einen ausgeglichenen Etatentwurf vorgelegt hat, mussten die Mitglieder des Haushaltsausschusses nicht um jeden Euro ringen. So ist der von der Bauverwaltung als dringend notwendig erachtete Bauunterhalt (gut eine Million Euro) weitgehend ungeschoren geblieben. Auch das Jugendhilfebudget mit rund 2,6 Millionen Euro wurde akzeptiert.

Allerdings werden diese Bereiche in nächster Zeit personell aufgestockt: Eine Halbtagskraft ist in der Jugendhilfe notwendig, weil immer häufiger personelle Notfälle gemeldet werden. Und außerdem wird sich der Kreis wieder einen Bauingenieur leisten - weil sonst der immense Arbeitsaufwand im Baubereich vom staatlichen Bauamt nicht mehr bewältigt und übernommen werden kann.

Ihre Rotstifte haben die Kreisräte bis auf wenige Ausnahmen in der Tasche gelassen. Und sie haben im zweiten Anlauf nach 2007 jetzt dem Kreiskämmerer den Einstieg in das neue kommunale Finanzwesen insoweit zugebilligt, als er für 20 000 Euro immerhin die Software für die neue Anlagenbuchhaltung kaufen darf. Immerhin gut 400 000 Euro investiert der Kreis in die Ausstattung seiner insgesamt neun Schulen, für die er zuständig ist. Und in diese Richtung wird in den nächsten Jahren noch viel Geld fließen: Die Lindenberger Realschule - sie unterrichtet mittlerweile in Containern - platzt aus allen Nähten und muss erweitert werden, auch die St.-Martin-Schule soll ab 2010 aufgestockt werden, weil die Schülerzahl steigt.

Zum Schluss stoßen alle an

Unterm Strich sparten die Kreisräte letztlich rund 830 000 Euro ein.Während die CSU-Räte sich zu einer kurzen Fraktionssitzung zurückzogen, spitzte Kämmerer Nuffer den Bleistift: Die ersparte Summe entspricht knapp eineinhalb Prozentpunkten Kreisumlage - mit dem Angebot von Landrat Leifert, die derzeit 50,5 Prozentpunkte hohe Umlage um diesen Satz zu verringern, zeigten sich alle Fraktionen einverstanden. Und so endete erstmals in dieser Legislaturperiode eine Etatberatung statt mit Wortgefechten mit Sekt.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019