Marktoberdorf
Halle Geisenried: Gericht weist Klagen ab

Dem Bau der Mehrzweckhalle in Geisenried steht im Grunde nichts mehr im Wege. Das Verwaltungsgericht in Augsburg wies die Klagen von Anwohnern am geplanten Standort in der Riedstraße in vollem Umfang ab. Bürgermeister Werner Himmer gab das Ergebnis der Verhandlung im Bauausschuss mit großer Zufriedenheit bekannt: «Damit haben wir auch gerechnet.» Allerdings haben die Kläger nach Zugang des schriftlichen Urteils noch vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen.

Der Platz für die Halle am Kindergarten hatte in den vergangenen Jahren zu erbittertem Streit in Geisenried geführt. Mehrmals hatten die Gegner mögliche Alternativstandorte vorgelegt, fanden dafür aber keine Mehrheit.

Selbst im Stadtrat keimten lebhafte Diskussionen auf, ob der ausgewählte Platz wirklich so ideal ist. Zum einen wurde gefürchtet, das Gerichtsverfahren verzögere den Bau erheblich, zum anderen schreckten Kostensteigerungen etliche Räte. Derzeit liegt der Voranschlag für den Hallenbau bei 1,94 Millionen Euro, bedingt durch schärfere Energieeinsparverordnungen sowie die Kosten für die Außengestaltung samt Parkplatz und Zufahrtsweg.

Eigentlich war es das Ziel des Stadtrats, sie für 1,5 Millionen Euro zu erstellen. Angesichts dieser Entwicklung sprachen Stadträte vom «Fass ohne Boden», von «Horror», von «Scherbenhaufen». Die CSU beantragte daraufhin, «die Reißleine zu ziehen», scheiterte aber mit ihrem Antrag.

Mehr Eigenleistung der Nutzer

Sofern sich kein Widerspruch gegen das Gerichtsurteil erhebt, könnten also bald die Bagger anrücken. «Das hängt im Prinzip an der Freigabe der Mittel durch den Stadtrat», erklärt der Bürgermeister. Inzwischen hätten sich auch Sportverein und Musikkapelle, die Hauptnutzer der Halle, bereit erklärt, deutlich mehr Eigenarbeiten einzubringen als bisher geplant, um die Kosten zu reduzieren.

«Wichtig ist, dass man jetzt bald einen weiteren Schritt vorwärtskommt», nimmt der Vorsitzende des Sportvereins, Christoph Linke, die Entscheidung des Gerichts sehr positiv auf. Auch sein Stellvertreter, Stefan Mücke, unterstreicht, dass es ihm «sehr am Herzen» liege, dass es jetzt möglichst zügig weiter vorangehe. Schließlich sei schon sehr viel Zeit verstrichen.

Auch der Vorsitzende der Musikkapelle Geisenried, Manfred Schrägle, meint gegenüber unserer Zeitung: «Weitere nötige Entscheidungen sollten jetzt schnell fallen.» Möglichst bald wollten die betroffenen Vereine nun mit den Stadträten über weitere Schritte ins Gespräch kommen. «Wenn jetzt eine Ausschreibung beginnen könnte, wäre das auch finanziell von Vorteil», ist sich Schrägle sicher.

Als einer der Anlieger meint Erwin Guggenmos: «Wir hatten bis zuletzt gehofft, dass die Klage nicht abgewiesen wird.» Jetzt müsse man die Entscheidung so hinnehmen. Enttäuscht sei er vor allem darüber, wie die ganze Sache gelaufen sei.

Am 1. Februar weiter beraten

Himmer will das Thema in die nächste Stadtratssitzung bringen. So soll am 1. Februar - ungeachtet der Einspruchsfrist - das weitere Vorgehen beraten werden.

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