Lengenwang
Halle für über vier Millionen

Konzern-Chef Ludwig Jakob hat sich getäuscht und in Lengenwang ist seine Freude darüber nicht zu übersehen: «Ich hätte nicht gedacht, dass es heuer noch was gibt.» Doch Gemeinde und Landratsamt haben zügig gearbeitet und die Genehmigung für den Bau der neuen Produktionshalle brachte Landrat Johann Fleschhut zum offiziellen Baubeginn mit.

Der Metallbetrieb Ott-Jakob, Teil der Jakob-Gruppe, bekommt für über vier Millionen Euro eine neue Produktionshalle. Sie schließt sich mit einer Grundfläche von 5500 Quadratmetern, fast so groß wie ein Fußballfeld, östlich an das bestehende Werksgelände an.

Wo jetzt noch eine Wiese ist, soll im September 2010 das Gebäude vollendet werden. Jakob bat die Nachbarn um Nachsicht bei dem baldigen Baulärm und äußerte Verständnis dafür, wenn nicht jeder Anlieger von dem Neubau begeistert ist. «Natürlich ist eine grüne Wiese schöner als eine Fabrikhalle, wenn man aus dem Fenster schaut», gibt Jakob unumwunden zu.

Hier sprang Landrat Fleschhut in die Bresche: Arbeitsplätze seien wichtiger als eine grüne Wiese. Er stimmte ein Loblieb auf den Wirtschaftsstandort Ostallgäu im Allgemeinen und Lengenwang im Besonderen an. Bürgermeister Josef Keller griff das auf und machte aus seiner Sympathie für Ott-Jakob keinen Hehl. Lengenwang habe von der Firma «sehr stark profitiert».

Der Maschinenbau steckt laut Konzern-Chef Jakob nach wie vor in der Krise, die auch vor Ott-Jakob nicht halt gemacht hat. Das Unternehmen mit seinen 180 Mitarbeitern hat Kurzarbeit angemeldet, Entlassungen aber vermieden. Jakob rechnet damit, dass das Jahr 2010 sogar noch schwieriger wird. 2009 habe es immerhin noch ein Auftragspolster gegeben, das den Fall etwas abgefangen habe. Dies fehle für 2010. Trotzdem sei er zuversichtlich, dass es danach wieder bergauf geht.

Produktion effektiver machen

Um für den Aufschwung gerüstet zu sein, komme jetzt der Neubau. Jakob will ihn nicht als antizyklische Investition verstanden wissen. Er verfolge eine ausgewogene Politik: In Boom-Zeiten maßvoll Geld ausgeben und dafür in schweren Zeiten den Geldhahn nicht zudrehen.

Mit dem Neubau gibt es zunächst keine neuen Stellen. Der zusätzliche Platz soll helfen, die Produktion zu entzerren und effizienter zu machen. Außerdem bietet er die Chance, bei einem kräftigen Aufschwung die Produktion schnell aufstocken zu können. Und dann könnte es auch neue Arbeitsplätze geben.

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