Waltenhofen
Haindl-Gelände verfällt zusehends

Mit einem hohen Maschendrahtzaun vor Neugierigen abgeschirmt präsentiert sich seit vielen Jahren eine große Industriebrache im Waltenhofener Ortsteil Hegge: Die Fensterscheiben der ehemaligen Papierfabrik wurden offenbar mit Steinen eingeworfen, die grauen Betonfassaden bröckeln. Seit 1972 steht das Werk still. Es war Jahrzehnte lang in Besitz der G. Haindlschen Papierfabrik. «Heute ist das Gelände ein Schandfleck», urteilt auch Waltenhofens Bürgermeister Eckhard Harscher.

Schon vor einigen Jahren hatte der neue Besitzer des Areals (seit 2001 der finnische Konzern UPM Kymmene) angekündigt, dort Wohnhäuser bauen zu lassen. Davon ist bislang nichts zu sehen. «Es gibt dazu keine konkreten Planungen», bestätigt Klaus Kohler, Leiter der Unternehmenskommunikation bei UPM Kymmene, auf Nachfrage der AZ.

Der Bürgermeister freilich möchte den «Schandfleck» neben dem Radweg an der Iller möglichst schnell beseitigen. Vor Jahren schon wurde der Flächennutzungsplan für eine mögliche Wohnbebauung beziehungsweise ein Freizeitgelände (südlich der Industriestraße) geändert. Doch seitdem herrscht Stillstand seitens UPM Kymmene. «Es ist nichts Konkretes im Gespräch,» sagt auch der Rathauschef.

Harscher möchte nun ausloten, ob eine finanzielle Förderung der Sanierung des Geländes (teilweise muss wohl kontaminierter Boden ausgetauscht werden) möglich wäre, wenn sich die Gemeinde mit einbringt. Vor Baumaßnahmen müssten aber zunächst etliche Beton- und Ziegelgebäude auf dem acht Hektar großen Areal abgerissen werden. Das koste nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld. Geld, das UPM Kymmene derzeit offenbar nicht investieren kann oder will. Harscher: «Auch die Papierbranche ist wohl von der Finanzkrise nicht verschont geblieben.»

Die letzten Abrissarbeiten fanden 2007 statt. «Im Zuge des Abbaus des Kesselhauses wurde dort auch der Ziegelkamin umgelegt,» sagt UPM-Sprecher Kohler. Da es derzeit keine Bauplanungen gebe, sehe der Konzern auch keine Notwendigkeit, die umfangreichen Abrissarbeiten schnell zu Ende zu bringen.

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