Allgäu
Gut fegen mit Birkenreisig

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Altes Kunsthandwerk bewahren möchte die Vereinigung «Land-Hand». Wir stellen in loser Reihenfolge einiger dieser Allgäuer «Heimhandwerker» vor. Heute geht es um Besenmacherin Elfriede Lerbscher aus Buchenberg.

Buchenberg l sir l Elfriede Lerbscher und ihr Mann nutzen überall am Hof - auch im Stall und in der Tenne - den von der Bäuerin selbst gemachten Besen aus Birkenreisig. «Das Jahr über brauchen wir schon zehn bis 15 davon», sagt die Buchenbergerin. Werde der Besen viel gebraucht, nutze sich das Reisig eben schneller ab.

In der Faschingszeit kommen schon mal die Stadthexen aus Kempten vorbei und decken sich ein. 20 Minuten braucht die Bäuerin fürs Binden von einem Besen. Davor müsse das Reisig freilich gesammelt und auf rund 70 Zentimeter geschnitten werden. Mit Draht und Schnur werden die feinen Ästchen dann zusammengebunden.

Zum Festpressen nutzt Elfriede Lerbscher einen Apparat, den sie von ihrem Vater hat. «Den haben noch viele Bauern auf ihrem Hof daheim. Die meisten wissen aber nicht, wofür man ihn nutzt.» Zum Schluss wird noch der gespitzte Stiel in den Büschel gestoßen: Elfriede Lerbscher nimmt dazu einen schmalen, entrindeten Fichtenstamm aus dem eigenen Wald.

Im Winter Reisig sammeln

Der Vater hat ihr das Besenbinden beigebracht. Es habe damals einfach zur Arbeit am Hof gehört. Heute wiederum kann kaum einer mehr dieses alte Handwerk. «Auch meine beiden Kinder, heute 33 und 26, haben nie Interesse daran gehabt, Besenbinden zu lernen,» bedauert die 56-Jährige. Sie selbst hat Freude daran. «Es ist ein gutes Gefühl, wenn man etwas mit der Hand gestaltet, was man brauchen kann.

» Auch komme sie zur Ruhe, wenn sie sich einen Nachmittag Zeit nehme fürs Besenbinden. Das Reisig sammele sie nur im Winter, denn «dann ist das Laub weg.»

Vor allem Kinder interessierten sich fürs Besenbinden, sagt Elfrieder Lerbscher. Manch eines sage, das habe sein Opa auch gut können. Wenn sich allerdings niemand mehr für altes Handwerk interessiere, dann ginge das Wissen darum verloren. Elfriede Lerbscher gibt ihr Wissen gerne weiter, wundert sich ein wenig, denn «noch vor ein paar Jahren waren die Reisigbesen ein Ladenhüter. Heute gelten sie als etwas Besonderes.»

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