Hergensweiler
Grünes Licht für die Bahnüberführung

Die Regierung von Schwaben hat grünes Licht gegeben für den Neubau eines Bahnüberganges in Stockenweiler (Gemeinde Hergensweiler). Per Planfeststellungsbeschluss genehmigte sie die Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs auf der B12, auf dem sich im September 2006 ein tödlicher Unfall ereignet hat. Damals hatte der Bahnwärter die Schranke nicht geschlossen - er wurde zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Mit dem Bau der neuen Überführung wird laut Straßenbauamt voraussichtlich 2010 begonnen.

«Höhengleicher Bahnübergang» heißt der Fachbegriff für eine Stelle, an der sich Eisenbahn und Straße auf gleicher Ebene kreuzen, gesichert meist durch Schrankenanlagen. Der Unfall in Stockenweiler im Jahr 2006 ist nicht Auslöser für die Pläne der Bahn, den Bahnübergang durch eine Überführung zu ersetzen, er hat der jahrelangen Diskussion nur zusätzlich Brisanz verliehen. Eigentlich ging es jedoch zunächst um das Projekt Neigetechnik auf der Strecke Lindau-München. Hierfür sollen nach Möglichkeit bis Ende 2011 alle höhengleichen Bahnübergänge verschwinden. Der Grund: Bahnüber- oder -unterführungen sind deutlich sicherer als beschrankte oder unbeschrankte Bahnübergänge.

Bundesstraße wird verlegt

Die jetzt von der Regierung per Planfeststellungsgbeschluss genehmigte Planung ist vom staatlichen Bauamt Kempten schon vor Jahren erarbeitet worden - in Hergensweiler war man damit jedoch zunächst nicht einverstanden. Sie sieht vor, die Bundesstraße zwischen Hergensweiler und Stockenweiler auf einer Länge von rund einem Kilometer in südliche Richtung zu verlegen. Die Bahnlinie wird die B12 künftig etwa 250 Meter südwestlich des bestehenden Bahnübergangs auf einem Überführungsbauwerk höhenfrei kreuzen.

Der tödliche Unfall im Jahr 2006 hatte zur Folge, dass die Bahn aus Sicherheitsgründen die Schließzeiten in Stockenweiler enorm verlängerte - was wiederum Proteste von Verkehrsteilnehmern und Anliegern auslöste und die Diskussion um den Um- beziehungsweise Neubau des Übergangs erneut anheizte.

Der Hergensweiler Gemeinderat diskutierte über viele Monate verschiedenste Varianten, um letztlich wieder bei der ursprünglich vom Straßenbauamt vorgelegten Planung zu landen. Dass der Bau jetzt endlich in greifbare Nähe rückt, erleichtert den Hergensweilerer Bürgermeister Georg Betz ebenso wie staugeplagte Anwohner und Verkehrsteilnehmer.

Genaue Kosten für das Projekt sind dieser Tage nicht zu erfahren, da die zuständigen Sachbearbeiter beim Straßenbauamt im Urlaub sind. Die Rede war vor zwei Jahren von rund fünf Millionen Euro. Fest steht: Die Baukosten trägt zu zwei Dritteln der Bund und zu einem Drittel die Bahn.

Der Planfeststellungsbeschluss wird im Januar in den Amtsräumen der Verwaltungsgemeinschaft Sigmarszell und auch in der Gemeinde Hergensweiler öffentlich ausgelegt. Sofern nicht innerhalb von vier Wochen dagegen Klage beim Verwaltungsgericht eingeht, ist die Bahn frei für den neuen Übergang.

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