Großer Bahnhof für den Tom

Seeg (u). - Einen 'großen Bahnhof' gab es für den Weltmeister und zweifachen Vize-Weltmeister Thomas Mayer, als er von den Skiweltmeisterschaften der Behinderten in seine Heimatgemeinde Seeg zurückkam. Die Harmoniemusik Seeg, die Skijugend des TSV Seeg und Fackelträgern geleiteten den dreifachen Medaillengewinner zum Vereinslokal 'Adler'. Donnernde Salven der Seeger Böllerschützen hatten das Ereignis unüberhörbar angekündigt. Der Weltmeister selbst durfte umringt von Kindern auf der Ladefläche eines Pritschenwagen den herzlichen Empfang erfahren. Auf dem Vorplatz des Gasthofs 'Adler' erwartete Bürgermeister Manfred Rinderle inmitten von vielen, vielen Seegern den Medaillengewinner, der am Freitag in Wildschönau noch seine bereits gewonnenen zwei Silbermedaillen vergoldet hat. Der Bürgermeister war hoch erfreut über das äußerst erfolgreiche Abschneiden von Tom Mayer bei der alpinen Skiweltmeisterschaft für Behinderte und erinnerte daran, dass man Mayr schon vor fast genau vier Jahren als Weltmeister empfangen hatte. Auch diesmal rechnete man in Seeg mit seinem Erfolg. Dass dieser nun dreifach eingetreten ist, sei einfach riesig.

Ungeheure Energie Eine ungeheure Energie, hohe Leistungsbereitschaft und eine große Leidenschaft für den Sport seien die herausragenden Merkmale des erfolgreichen Sportlers. Hinsichtlich der Berichterstattung bemängelte der Bürgermeister, dass nur am Rande und sehr spärlich über diese Weltmeisterschaften in Presse und Fernsehen berichtet worden sei, obwohl gerade die Leistung der Behinderten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Für Seeg als Skiort sei der erneute Titelgewinn eine Werbung, für die Jugend sei Tom ein Vorbild. 'Die Jugend braucht Idole' fasste Manfred Rinderle zusammen und sah in den Erfolgen von Tom Mayer Grund genug für einen Eintrag in das 'Goldene Buch' der Gemeinde Seeg. Für die Skiabteilung des TSV Seeg übermittelte Michael Epple die Glückwünsche, bezeichnete das Ereignis als einen 'Super-Coup' für den Skiclub Seeg und überreichte dem strahlenden Weltmeister einen Geschenkkorb und seiner Frau ein Blumengebinde.

Leider nichts im Super-Ski Tom Mayer bedankte sich für den außergewöhnlichen Empfang und bedauerte, dass die Seeger Fans, die am Sonntag mit einem Bus nach Wildschönau gekommen waren und beim Super-Ski vielleicht einen Erfolg von ihm erleben wollten, durch sein Ausscheiden enttäuscht worden seien. Bei der WM 2000 war Mayer in dieser Disziplin Weltmeister geworden und war somit Titelverteidiger. Mit dem Abspielen der Nationalhymne fand die Begrüßungsfeier ihren würdigen Abschluss. Eine lange Kette von Gratulanten stand dann an, um ihrem Tom die Hand zu drücken und einer der ganz Kleinen vom Nachwuchs gratulierte schlicht und einfach: 'Ich wünsch Dir Glück und mach weiter so.' Und das will Tom Mayer auch, wie er im weiteren Gespräch kund tat. Denn in zwei Jahren stehen die Paralympics in Italien auf dem Programm Was schon den Besuchern raunend aufgefallen war, war Toms neues 'Hairstyling': Der Bart war bei der Silbermedaille in der Abfahrt fällig. Nach dem Gold gingen seine Mannschaftskameraden über das Haupthaar und verpassten ihm eine Teiltonsur. Seine Erfolge erzielte Tom Mayer in der Klasse für 'Monoski LW 12', in der sich Querschnittsgelähmte und auch Doppelbeinamputierte befinden. Im Abfahrtslauf gab es Silber für den Seeger hinter dem US-Amerikaner Kevin Brambel. Beim Riesenslalom wieder Platz zwei und gewann damit seine zweite Silberne. Sieger wurde Christopher Develin-Young aus USA, Platz drei nahm wie in der Abfahrt Hansjörg Arnold aus der Schweiz ein. Am letzten Wettkampftag stand noch der Slalom auf dem Programm. Mayer hatte Pech beim Einfahren, denn seine Rückenstütze ging zu Bruch, eine andere musste her und in Eile angepasst werden. 'Ich habe mich nicht so wohl gefühlt, wie es an den Start ging' erzählte er. Doch es reichte zu Gold - zeitgleich mit dem Amerikaner Christopher Develin-Young. Bronze ging an den Japaner Suzuki. Die Gruppe der Monoskifahrer, dem 'sitting skiing', war mit 25 Startern aus aller Welt hervorragend besetzt. Am Schluss der alpinen Behindertenwettkämpfe lagen die USA im Medaillenspiegel auf Platz eins, gefolgt von Deutschland vor dem Gastgeberland Österreich. In gemütlicher Runde mit Familie und Skiclub wurde im 'Adler' das sportliche Ereignis weiter gefeiert und richteten sich die Blicke auf die Paralympics in zwei Jahren.

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