Neugablonz
Großer Aufwand für zwölf Minuten TV

Im Fernsehen war die Schmuck- und Metallwarenfirma Wilhelm Kamp GmbH schon des Öfteren zu sehen. Schließlich ist sie als Hersteller von Schutzsystemen für Stichschutz- und kugelsichere Westen im südlichen Bayern einzigartig. «So ein Aufgebot haben wir aber noch nicht erlebt», versicherte Geschäftsführer Hans-Jürgen Peter. Gestern war der Bayerische Rundfunk (BR) zu Gast in seinem Betrieb. Für die allabendlichen Magazine «Schwaben und Altbayern aktuell» und die «Abendschau» übertrug der Sender live aus dem Neugablonzer Unternehmen. Ein Ü-Wagen sowie zwei weitere Fahrzeuge mit mobiler Technik und ein zwölfköpfiges Team samt Reportern, Technikern und Kameraleuten waren notwendig, um rund zwölf Minuten Sendezeit aus der Modeschmuckmetropole in den gesamten Freistaat zu schicken.

Stressig, aber spannend

Bereits zur Mittagsstunde rückte der Tross aus München an, um Aufbauarbeiten und Proben zu bewerkstelligen. «Fernsehen live ist einfach ein gewisser Aufwand. Man muss sich auf die Leute und die Örtlichkeiten einstellen», erklärte Karin Mühlhausen, Chefin vom Dienst. Es sei jeden Tag eine andere Situation - stressig, aber auch sehr spannend. Stellvertretend für die Gablonzer Industrie empfand der Sender die Firma Kamp als besonders reizvoll, weil sie neben ihrem ursprünglichen Geschäft mit Modeschmuckfabrikaten nun zusätzlich die Nische für ballistische Schutzsysteme gefunden hat. «Es ist schon spektakulär und exotisch, dass man von Schmuck zu kugelsicheren Westen kommt», sagte Mühlhausen.

Nicht nur Modeschmuck

Als Beispiel für die traditionelle Gablonzer Glasverarbeitung wählte der BR außerdem die Firma Friedrich Seibt aus. Hier strahlte der Sender zusätzlich einen aufgezeichneten Beitrag aus. «Wir empfinden das durchaus als Ehre, dass das Fernsehen Interesse an unserem Industrieverbund zeigt», freute sich Thomas Nölle vom Bundesverband der Gablonzer Industrie. Der Modeschmuck sei zwar die prominenteste Sparte, aber die hiesigen Unternehmen seien auch aufgrund ihrer Vielfalt und Anpassungsfähigkeit so erfolgreich.

Medialer Trubel

Dem BR war diese Erfolgsgeschichte eine Live-Reportage mit entsprechendem Aufwand wert.

Über den medialen Trubel für einen Nachmittag in seiner Werkstatt konnte Firmenchef Peter aber nur flachsen: «Kein Wunder, dass die Rundfunkgebühren so hoch sind.»

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