Grau sind nur die Gewänder

Rettenberg/Lauben (ew). Zum wiederholten Mal folgten die Minsker Sänger unter Leitung von Taissia Mironova während ihrer dreiwöchigen Deutschlandtournee einer Einladung von Ewald Wichert und kamen zu Besuch ins Allgäu. Sie gestalteten musikalisch zwei Abendgottesdienste und gaben anschließend Kirchenkonzerte in der Pfarrkirche Sankt Ulrich in Lauben und in Rettenberg Pfarrkirche. In ihren langen, grauen Gewändern wirken die jungen Sänger zwischen zehn und 23 Jahren sehr würdevoll. Die Buben mit den schönen Stimmen singen sich unter der Organisation von Sigurd Quednow (Pfullendorf) durch das Land, um Geld für das Haus der Barmherzigkeit in Minsk zu bekommen. Jung und Alt, gesunde, verwaiste und behinderte Kinder leben hier zusammen wie in einer großen Familie. Das Haus beherbergt derzeit 160 Personen. Chorleiterin Taissia Mironova versteht es, ihre Jungen zu motivieren und zu dirigieren. Glockenklar erheben sich ihre Stimmen zum Hymnus der heiligen Kyrill und Methodi von Peter Tschaikowski (1840-1893).

Immer wieder ein Hochgenuss für den Hörer ist das Vater unser aus der Liturgie des Heiligen Johannes Chrisostomos von Peter Tschaikowski und ein Beweis dafür, dass man mit wenigen Tönen bei perfekter Interpretation einen so wunderbaren Klang erschaffen kann, dass er jedem Zuhörer unter die Haut geht. Ein Meisterstück in Sachen perfekter Dynamik war das Sanctus aus der Messe von Sergei Rachmaninow (1873-1943), das in zartestem Pianissimo irgendwo in der Ferne zu verklingen schien. Und natürlich war es das Koslawen Nasch von Dimitrij Bortnjanskij (1751-1825), das Eindruck hinterließ, bekannt unter Ich bete an die Macht der Liebe. Ein instrumentaler Hörgenuss bot sich mit einer sensitiven Wiedergabe der Romanze von Michael Glinka (1804-1857) durch Daniel Lóban (Geige), Aleksandr Ivanóv (Cello) und Ddimitrij Vlasiúk (Piano). Hier wurde hohe Streicherkultur geboten, die besondere Bewunderung abverlangte. Kein Auftritt des Chores ohne das Schluss- und Grußlied Gott behüte Euch auf viele Jahre. Die Minsker Knaben zogen noch einmal alle Register und drangen mit ihrem Stimmvolumen bis in den hintersten Kirchenwinkel. Auch in diesem Jahr begleitete Valezijo Skvozzovo vom Weißrussischen Fernsehen den Chor. Sie berichtet inzwischen in ihrem 14. Film über den Besuch des Chores in unserem Land. Ihre Dokumentationen finden in Weißrussland große Beachtung.

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