Leerstand
Graf Alexander Fugger sucht nach Nutzungskonzept für Anwesen in Babenhausen

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Im Schlosshof ist es ruhig - die mächtigen Gemäuer schirmen Geräusche von außen ab. Die Atmosphäre versetzt den Betrachter um mehrere Jahrhunderte zurück in eine Zeit, als bei Hofe in Babenhausen noch reges Leben herrschte: Angestellte hielten das Schloss in Schuss, ein Verwalter erledigte die Geschäfte, Kunst und Musik standen in voller Blüte. Als die Fuggersche Brauerei im Jahr 1981 geschlossen wurde, erlosch langsam auch das Leben am Schloss. Das Bräustüberl wurde nicht weiter betrieben, Angestellte leben kaum noch auf dem Schlossareal. Hin und wieder erinnern Konzerte an die kulturelle Blütezeit. Was bleibt, ist die Frage, welches Konzept den Erhalt der Gebäude nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll sichern könnte.

Genau mit diesem Thema beschäftigt sich Graf Alexander Fugger. Er ist jener Sohn, den Fürst Hubertus Fugger zum Nachfolger ernannt hat. Immobilien und den Forstbetrieb verwalten, das sind Alexander Fuggers Hauptaufgaben. Und so kreisen seine Gedanken häufig um das Schloss in Babenhausen: << Eine enorm große Fläche hat dort keine nachhaltige Nutzung >>, sagt er. In einigen Räumen befindet sich ein Museum, ein Teil des Schlosskerns wird bewohnt und das ehemalige Brauereigelände wird lediglich für Lagerzwecke genutzt oder steht leer.

Dauerhaft leben sein Onkel Graf Markus Fugger und seine Großmutter, Fürstin Gunilla Fugger, in Babenhausen. Graf Alexander Fugger selbst wohnt auf Schloss Wellenburg bei Augsburg. Kommt er nach Babenhausen, bezieht er den Rechbergbau. Das ist der älteste Teil des Schlosses, mittlerweile aber modern ausgestattet.

Es wurde eine Zentralheizung eingebaut - und ein Aufzug. Im restlichen Teil des Schlosses gibt es lediglich Kamine, die mit Holz befeuert werden.

Obwohl kaum genutzt, müssen die Gebäude trotzdem unterhalten werden. Graf Alexander Fugger spricht von einem << Instandhaltungsstau >>. Größere Renovierungsarbeiten stünden an. Erneuert werden müssten etwa die hohen Dachstühle. << Da sind wir schnell bei Kosten im siebenstelligen Bereich. >> Auch Brauerei, Bräustüberl und Zehntstadel bedürften einer Erneuerung.

Einige Nutzungsanfragen waren jüngst im Gespräch: Zum Beispiel wollte ein Verein in fürstlichen Räumen einen Waldorfkindergarten einrichten. Hin und wieder hätten auch Künstler angefragt, die im Schloss das richtige Ambiente für ihre Werke sahen. Doch immer ging es lediglich um Nutzungsideen für einen Bruchteil des Schlosses. Graf Fugger nennt es << das Scheibchenproblem >>.

Genügend Interessenten finden

Für die Nutzung wolle er kein Flickwerk, sondern ein handfestes Gesamtkonzept. Einige Ideen hat er sich schon durch den Kopf gehen lassen: ein Ärztehaus oder eine Weiterbildungsstätte im ehemaligen Bräustüberl zum Beispiel. Doch weil das Gebäude komplett saniert werden muss, müssten zunächst genügend Interessenten gefunden werden. << In Vorleistung zu gehen, ist zu riskant. >>

Der Graf sieht die Ideenfindung als Gemeinschaftsaufgabe des Hauses Fugger, der Politik und der Wirtschaft. Schließlich gehe es um gigantische Summen, die investiert werden müssten. << Unsere Kernkompetenz liegt in der Forstwirtschaft >>, macht er klar.

Bis die richtige Nutzungsmöglichkeit gefunden ist, schlummert das Schloss weiter im Dornröschenschlaf.

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