Gipfel-Baustelle für Doppelsessel-Bahn

Von Brigitte Horn Immenstadt In das herrliche Mittag-Panorama (von dem Bürgermeister Bischoff: Die Allgäuer Hochalpen auf dem Präsentierteller! sagt) mischt sich derzeit als ungewöhnlicher Blickfang ein riesiger Kran. Denn auf der höchst gelegenen Baustelle des Städtle wird unter schwierigen Bedingungen geschuftet: Die Umrüstung der Bahn-Sektion II auf Doppelsessel bedingt auch droben am 1451 Meter hohen Immenstädter Hausberg große Umwälzungen: Im Norden der Gipfelhütte wächst die neue Bergstation, und auf der Südseite entsteht eine große Sonnenterrasse. Gut ein halbes Jahrhundert alt, waren die betagten Einersessel der Mittagbahn längst aus der Mode gekommen. Weshalb sich die Betreiberfamilie Waller bereits 1997 zur Modernisierung des unteren Teils entschlossen hatte und nun auch die obere Sektion in Angriff nimmt. Weil dieses 1,2-Millionen-Euro-Projekt aber von den Besitzern allein nicht zu schultern war, mischt die Stadt als stiller Gesellschafter noch stärker mit als bisher. Ist die Mittagbahn doch ein wesentlicher Bestandteil der Infrastruktur für den Immenstadt-Tourismus aber auch im Sommer wie im Winter ein beliebtes Ziel der Einheimischen, betont Gerd Bischoff. Spezialhubschrauber Nachdem die Baumaßnahme, die zur Hälfte auf Immenstädter und Blaichacher Flur liegt, anfangs kräftig unter den späten Schneefällen zu leiden hatte, ist Bahnchef Georg Waller jetzt recht zufrieden. Denn an der neuen Bergstation arbeiten lauter gute Leut aus der Region, die trotz der äußerst beengten Verhältnisse flott vorankommen. So steht bereits der in den Steilhang hinein versteckte 20 Meter hohe Rohbau, der den großen Höhenunterschied zum Ausstieg überbrücken muss. Ein Stein vom Herzen geplumpst war Georg Waller, als die komplizierte Montage der zwei neuen, 20 Meter hohen Stützen ohne Komplikationen über die Bühne gegangen ist.

Mussten diese Neun-Tonnen-Brocken doch von einem Spezialhubschrauber aus Millimeter genau eingepasst werden. Weiter gehts nun mit einer überdachten, horizontalen Plattform zwischen den letzten Stützen und der Bergstation (sie erhält ein Satteldach). Und schon im kommenden Winter können Skifahrer vom Ausstieg ab dank einer fünfprozentigen Geländeneigung ohne Schieben in Sonnen- oder Nordabhang einfädeln. Auch Georg Waller sen. und jun. selbst waren heftig zu Gange: Vier Wochen lang kletterten Vater und Sohn auf den neun Meter hohen Stützen der Sektion II herum, um sie für die Doppelsessel umzurüsten: Mit auf 3.60 Meter verbreiterter Seilspur, neuen Rollenbatterien und (pro Stütze) 40 Metern Kabel für die Sicherheits-Einrichtungen. So kann das 2,7 Kilometer lange Seil die 15 Tonnen wiegende Kabeltrommel liegt bereits an der Mittelstation schon bald eingezogen werden. Kapazität verdoppelt Ende Juli, hoffen die Wallers, ists dann so weit, dass die Mittagbahn-Kunden in den 130 nagelneuen Doppelsesseln der Sektion II (und 83 im unteren Abschnitt) zum Gipfel schweben. Damit wird die Kapazität mehr als verdoppelt: Statt bisher 360 können künftig bis zu 870 Passagiere pro Stunde in der 2,3 Kilometer langen Bahn transportiert werden. Und damit sie das Gipfelglück auf Immenstadts Hausberg auch richtig genießen können, stehen heuer noch große Erdbewegungen an: Im windgeschützten Süd-Süd-Osten wird eine große Sonnenterrasse gebaut. Hier können die Mittag-Gäste dann aus kostenlosen Liegestühlen den Blick übers große Bergrund vom Hohen Ifen bis zum Grünten schweifen lassen.

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