Obergünzburg
Gewalt etwas entgegen setzen

«Gewalt ist was für Schwächlinge.» Unter dieses Motto stellte der Schauspieler Olaf Krätke sein Gespräch mit den Schülern ab der 7. Klasse in der Volksschule Obergünzburg. Denn, so der Referent, die Täter, die andere Menschen beleidigten, erniedrigten und körperliche Gewalt gegen sie anwendeten, griffen immer nur Schwächere an, bewaffneten sich oder treten in Gruppen auf, um so die Überlegenen zu sein. Sie hätten nicht den Mut, sich den Problemen zu stellen, die sie mit sich selbst hätten, und schon gar nicht, sich mit gleich Starken oder Stärkeren zu messen. «Alle Täter sind Feiglinge!», betonte er.

Weil Gewaltprävention auch Gesundheitsförderung sei, sagte Wolfgang Hawel vom Gesundheitsamt, werde diese Veranstaltung auch von seiner Behörde bezahlt. Man wolle damit der Gewalt etwas entgegensetzen, um frühzeitig Herzenswärme bei Schülern zu bilden. Gewalt hinterlasse immer Spuren an der Seele und meist auch am Körper.

Zuvor hatte Rektor Bernhard Marz erläutert, dass solche Projekte an der Schule schon länger gefördert würden, so wie das «Geheimprojekt Igel», das die Polizei durchführte. Olaf Krätke, bekannt aus dem Film «Wickie und die starken Männer», in dem er die Figur des Urobe verkörpert, las als Einstieg einige Texte zu Gewalt und deren Vermeidung vor, die Jugendliche selbst verfasst hatten. Aber auch bekannte Schriftsteller, wie Kästner, Tucholsky und Brecht, kamen zu Wort.

Die Täter verunsichern

Seit elf Jahren ist Krätke in der Gewaltprävention bundesweit tätig. Sein Bekanntheitsgrad verleihe ihm die Glaubwürdigkeit, zu zeigen, dass man miteinander auch anders umgehen und nicht Konflikte mit Gewalt lösen könne. Gemeinsam sei man unschlagbar, riet er, denn durch Zusammenhalt könne man die Täter verunsichern. Es sei wichtig, den Anderen ernst zu nehmen, ihm zuzuhören und miteinander zu reden. Durch Schlagen werde die Situation nicht bereinigt, denn meist sinne der Unterlegene auf Rache, das heißt, die Spirale der Gewalt gehe weiter. Dabei würden die Aktionen immer aggressiver.

Von den mit viel Interesse zuhörenden Buben und Mädchen kamen danach viele Fragen, aber auch Beispiele, was ihnen widerfahren war. Feindseligkeit und Beleidigungen mit Humor und Freundlichkeit begegnen, sich nicht provozieren zu lassen und damit dem Angreifer den Wind aus den Segeln zu nehmen, war ein Tipp, den der Schauspieler einem der vielen Frager gab. Allerdings interessierten sich die Schüler auch für die Person und den Beruf des Schauspielers. Daher war auch am Ende die Schlange der jungen Leute lang, die um ein Autogramm von Krätke anstanden.

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