Gescheiterte Verhandlungen: Buchloe wird zur Grenzstadt

Buchloe/Augsburg l pit/maf l Seit dem Jahreswechsel ist Buchloe eine Grenzstadt - zumindest für Bahnreisende, die eine Fahrrad mitnehmen wollen. Im Bereich des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV) müssen Reisende nämlich seit dem 1. Januar für die Mitnahme eines Fahrrades eine eigene Fahrkarte zum Preis von 1,50 Euro lösen. Anders ist die Situation im Allgäu (siehe Info-Kasten). Wie mehrmals berichtet, konnte dort eine Einigung mit der Bahn über den kostenlosen Transport von Drahteseln in Zügen erzielt werden.

Woran liegt es, dass im AVV-Gebiet - so wie längst im Bereich des Münchner Verkehrsverbundes (MVV) - für Räder eine eigene Fahrkarte nötig wird? Die Leiterin der Tarifabteilung des AVV, Iris Wunderlich-Peter: 'Das ist eine Entscheidung der DB. Wir hätten es gerne bei der bisherigen Regelung belassen.' Die Gesellschafter (Stadt Augsburg und Nachbar-Landkreise) seien bereit gewesen, wie bisher zu zahlen. Letztlich ging es um die Höhe des Betrags. Die Bahn habe auf ein steigendes Aufkommen beim Fahrradtransport verwiesen und mehr Geld als bisher gefordert.

DB-Pressesprecher Franz Lindemair will den Schwarzen Peter nicht vom AVV der Bahn zugeschoben wissen: 'Es hat eine Einigung gegeben - nämlich zum Wunsch, erst einmal eine Bestandsaufnahme zu machen, um das Aufkommen an Fahrrädern zu beziffern. Darum sollte man nun nicht dieser oder jener Seite eine Schuld zuschieben.' Auf Basis genauer Zahlen, so hofft Lindemair, könnte es ab 2009 zu einer neuen Regelung zwischen Bahn und AVV für die Region Augsburg kommen. AVV-Geschäftsführer Helmut Hofmann sieht die Sache etwas anders: 'Wir machten mehrere Vorschläge. Wir waren auch bereit, eine Abschlagszahlung zu leisten, bis die Bahn genaue Zahlen zum Transportaufkommen ermittelt hat. Die Bahn wollte nicht.' Der Augsburger Verkehrsverbund, so Hofmann, sei bereit gewesen, wesentlich mehr als bisher für die Fahrradmitnahme in Zügen zu zahlen. Zwar habe man der Bahn keine Zahlen genannt, aber der Verhandlungsspielraum sei groß genug gewesen, die bislang an die Bahn vergüteten 35 000 Euro pro Jahr deutlich aufzustocken. Hofmann hält der Bahn aber zugute, mit der Radkarte für 1,50 Euro eine vergleichsweise billige Tarif-Variante speziell für den AVV-Bereich akzeptiert zu haben. Die normale Fahrradkarte der Bahn gilt zwar bayernweit, kostet aber 4,50 Euro. Eine solche Karte ist schon seit langem auch für die Bahnfahrer notwendig, die auf der Strecke Buchloe - München unterwegs sind und ein Zweirad mitnehmen wollen.

Laut Bahnsprecher Lindemair ist dieses Ticket an allen Schaltern und Automaten der Bahn erhältlich - auch in den Gebieten, in denen für den Fahrradtransport nichts bezahlt werden muss. Es müsse also niemand, der im Zug mit dem Fahrrad vom Allgäu über Buchloe nach München oder Augsburg will, in der Gennachstadt eilig aus dem Waggon stürzen, um am 'Grenzbahnhof' ein extra Ticket für sein Fahrrad zu lösen.

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