Geschätzter Ratgeber der Kirchenfürsten

Marktoberdorf (gb). - Heute jährt sich der 270. Todestag des gebürtigen Oberdorfers Karl Meichelbeck, den sein jetziger Nachfolger als 'wichtigsten Mönch des Klosters Benediktbeuern' bezeichnete. Die Pfarrgemeinde von St. Martin widmete ihm zum Abschluss des Glaubensseminars einen Abend, Referent war der Archivar des Klosters Benediktbeuern und Professor für Kirchengeschichte, Salesianerpater Dr. Norbert Wolff. Am 29. Mai 1669 wurde Johann Georg Meichelbeck in der Straße (Hausnummer 7) geboren, die nun nach ihm benannt ist. Das Geburtshaus wurde nach einem Brand nicht wieder aufgebaut. Seine Mutter brachte den Achtjährigen in das Stift Benediktbeuern, wo er als Chorknabe und Lateinschüler aufgenommen wurde. Bei seinen weiteren Schullaufbahn im Jesuitengymnasium in München und am Gregorianischen Kolleg erwies sich der fleißige Schüler stets als Klassenbester. Mit 19 Jahren legte er das Ordensgelübde ab, wobei er den Namen Karl erhielt. Von nun an war er an das Kloster Benediktbeuern ge-bunden, dem er auch Zeit seines Lebens treu blieb.

In der Folgezeit studierte er in Salzburg, kehrte jedoch nach Intrigen ohne Groll wieder in sein Kloster zurück. Am 18. September 1694 wurde er in Augsburg zum Priester geweiht. Zwei Jahre später vertraute ihm sein Abt die Bibliothek an. 1697 begegnete ihm der Fürstbischof von Freising, der ihn als Lehrer für Syntax und Griechisch an das dortige Gymnasium holte. Er traf häufig mit dem Kirchenführer zusammen, der ihn als Ratgeber in juristischen Fragen sehr schätzte. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Professor der Theologie bekam Meichelbeck 1708 die verantwortungsvolle Aufgabe als Geschichtsschreiber der Benediktiner. Er brachte zunächst das umfangreiche Archiv des Klosters in Ordnung, wobei er viele wichtige Dokumente entdeckte, die ihm in juristischen Streitigkeiten gute Dienste leisteten. Zur 1000-Jahrfeier des Bistums Freising bekam der Mönch 1709 den Auftrag, eine Diözesangeschichte zu verfassen, die er in zwei Bänden vorlegte. Sie stieß nicht nur in Deutschland auf große Resonanz, war es Meichelbeck doch wichtig, nur mit historisch belegbaren echten Quellen zu arbeiten. Nebenher verfasste er die Benediktbeuerner Chronik, die 1730 im Manuskript vorlag, deren Drucklegung er aber nicht mehr erlebte. Ein reiches Forscher- und Beraterleben fand am 2. April 1734 seinen Abschluss. Professor Wolff würdigte den Oberdorfer Karl Meichelbeck sowohl als einen großen Chronisten als auch eine tiefreligiösen Menschen, der aus dem Glauben lebte, der ihm half, so manchen Rückschlag zu verkraften und der sich in den Dienst der Kirche und seines Klosters stellte, ohne auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein.

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