Geschäft landet in der Tüte

Von Markus Raffler, Altusried/Oberallgäu - Bislang ist es nur ein anrüchiger Feldversuch an ausgesuchten 'Brennpunkten', wie es Bürgermeister Heribert Kammel formuliert. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Gemeinde Altusried im nächsten Jahr in allen Ortsteilen 'Hunde-Stationen' mit Tütenspender und Abfallbehälter aufstellen wird. 'Die Resonanz in den ersten Wochen ist gut, Kritik gibt es kaum', so der Rathauschef. Kurzum: Mit dem Bestreben, den Hundekot von Wiesen und öffentlichen Flächen zu verbannen, sei man auf einem guten Weg. Landauf, landab ärgern sich Fußgänger und Landwirte über die 'Tretminen' auf Gehwegen, in Wiesen und Grünstreifen. Weshalb nun nach anderen Gemeinden auch Altusried den Häufen im Schulterschluss mit den Hundebesitzern den Kampf angesagt hat. Bislang sind es nur drei 'Service-Stationen', die im Hauptort Hundehalter dazu animieren sollen, die Hinterlassenschaften von Bello & Co. brav einzutüten. Doch in zweiter Stufe könne die Zahl der Toiletten auch auf ein Dutzend steigen, so der Bürgermeister.

Auf rund 100 Euro pro Station beziffert Kammel die Anschaffungskosten, die Leerung der Boxen übernimmt der Bauhof. Und der hat laut Bürgermeister in den ersten drei Wochen von einer 'guten Auslastung' berichtet. 'Wobei wir ja keine Wunder erwarten', so Kammel - es reiche schon, wenn ein guter Teil der Hundebesitzer mitziehe. Auch in Durach (dort werden sechs Hundestationen aufgestellt) sollen Hundehäufen künftig in der Tüte landen. Anders geht 'Pionier' Lauben das heikle Thema an: Dort lädt seit Jahren in jedem der beiden Ortsteile eine 'Hundemeile' die Vierbeiner ein, ihr Geschäft in einem baumbestandenen, abgezäunten Areal zu verrichten. 'Das Angebot wird angenommen', ist Rathauschef Berthold Ziegler zufrieden - wenngleich klar sei, dass 'nie alle Hundebesitzer zu überzeugen sind.' Wie dem auch sei. Hundehalter Sighart Bitzer aus Altusried begrüßt die Initiative seiner Gemeinde, gegängelt fühlt er sich nicht. In der Schweiz seien Hunde-Stationen längst überall üblich, so seine Erfahrung. Und außerdem: 'Ein Plastikbeutel gehört doch eh in die Tasche, wenn man mit dem Hund draußen ist.'

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