German AltenriedOrganisator des Allgäu-Triathlons Immenstadt.

Es gibt Menschen, die behaupten, German Altenried hätte mehr Durchhaltevermögen als die 650 Teilnehmer zusammen. Ein Blick auf die Checkliste des Organisators erhärtet den Verdacht: Sie umfasst nicht weniger als 1000 Punkte, die German Altenried erledigt haben muss, ehe der 19. Allgäu Triathlon über die Mitteldistanz (2 Kilometer Schwimmen, 92 Rad fahren, 21 Laufen) am Samstag (Start 8 Uhr im Hauser Strandbad am Großen Alpsee) gestartet werden kann. Darf man Sie ein Vorbild in Sachen Gleichberechtigung nennen? German Altenried: Naja, ein Alice Schwarzer-Verschnitt bin ich sicher nicht. Aber ich habe mich bemüht, ein gerechtes System für die Preisgeldvergabe zu finden, das mittlerweile weltweit eifrig diskutiert wird. Nämlich? German Altenried: Wir haben 15 internationale Triathlon-Veranstaltungen mittels Computer ausgewertet. Ergebnis: Frauen kommen im Schnitt 33 Minuten später ins Ziel als Männer. Darauf haben wir reagiert: Bei uns starten die Frauen 33 Minuten vor den Männern. Die spannende Frage wird zunächst sein, ob und wann die Frauen von den ersten Männern eingeholt werden. Der Zieleinlauf entscheidet dann über die Preisgeldvergabe. Das heißt: Die Frauen profitieren vom Vorsprung, den wir ihnen anfangs geben. Insgesamt stehen 23000 Mark zur Verfügung. Wer einen Platz unter den ersten 15 erreicht, wird daran beteiligt, wobei der Sieger maximal 5000 Mark gewinnen kann. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass unter den ersten 15 im Ziel zehn Frauen und nur fünf Männer zu finden sind. Was war der Grund für die Änderung? German Altenried: Im vergangenen Jahr gab es Teilnehmerinnen, die sich ärgerten, dass es in der Frauenkonkurrenz nicht so viel zu gewinnen gab wie bei den Männern. Ich habe versucht, darauf zu reagieren. Wobei ich es als nicht gerecht empfunden hätte, in beiden Kategorien gleich viel Geld auszuschütten. Bei den Männern gehen schließlich zehn Mal mehr Triathleten an den Start als bei den Frauen. Klingt nach einer ziemlichen Tüftelei. Was treibt Sie persönlich an, eine solche Großveranstaltung zu organisieren? German Altenried: Ich glaube, ich bin das, was die Leute Organisations-Hansel nennen. Ich habe schon immer gern organisiert und das als eine Art Hobby gesehen.

Geld spielt keine Rolle. Ich bin froh, wenn wir mit der Veranstaltung bei Null rauskommen. Was mich freut ist, wenn ich sehe, dass die Arbeit bei den Leuten ankommt. Dennoch: Die ganz großen im deutschen Triathlon wie Lothar Leder oder Thomas Hellriegel gehen nicht an den Start. German Altenried: wofür ich größtes Verständnis habe. Das sind Top-Profis, die vor 14 Tagen den Triathlon über die lange Distanz in Roth mitgemacht haben und sich jetzt schon in der Vorbereitung auf den Iron-Man auf Hawaii befinden. Da schiebt man nicht einfach noch kurz eine Veranstaltung dazwischen. Wenn die hier schlecht abschneiden würden, wäre das doch glatt ein Imageverlust. Helfer arbeitenfür ein Butterbrot Zum Abschluss das Wichtigste: Wie schaffen Sie es, die Arbeit von 700 Helfern zu koordinieren?German Altenried: Eigentlich brauche ich den Leuten nicht mehr viel zu sagen. Sie arbeiten sehr selbstständig. Viermal im Jahr treffe ich mich mit den 35 Postenleitern, um das Wichtigste zu besprechen, die wiederum leiten das an ihre Gruppen weiter. Im Großen weiß jeder Bescheid. Wir sind ja auch längst keine Anfänger mehr: Nächstes Jahr feiern wir das 20-jährige Bestehen des Triathlons. Das ist einmalig in Europa. Und ohne die Helfer, die für ein Butterbrot und ein Hemd ihre Arbeit machen, wäre das undenkbar. Das versuche ich immer zu vermitteln. Tobias Schuhwerk

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