Gemeinschaftsgräber machen Anfang

Immenstadt | raf | Der Immenstädter Hauptfriedhof soll behutsam mit zeitgemäßen Elementen aufgewertet werden. Für einen ersten Abschnitt mit einer Gemeinschaftsgrabanlage im Mittelpunkt will die Stadt 2008 rund 37 000 Euro in die Hand nehmen. Dafür hat sich jetzt der Hauptausschuss gegen eine Stimme ausgesprochen. Stößt das neue Angebot bei den Bürgern auf Zuspruch, sollen weitere Abschnitte neu gestaltet werden.

Wie berichtet, hatte die Stadt im Vorjahr die Fachleute Herbert Baldauf und Michael Würfel mit einem Zukunftskonzept für den Gottesacker beauftragt. Sie sollten herausarbeiten, wie sich moderne Bestattungswünsche mit dem historischen Friedhof in Einklang bringen lassen.

Ergebnis war unter anderem der Vorschlag, Gemeinschaftgrabanlagen als 'Gärten der Erinnerung' anzulegen, in die sich auch Einzelgräber integrieren lassen. Baumbestattungen könnten das Bild abrunden. Zudem regten Baldauf und Würfel an, den Friedhof auf den derzeit ungenutzten Park der angrenzenden Villa Edelweiß auszudehnen und so einen 'sozialen Ort der Begegnung' zu schaffen.

Doch das sei derzeit noch Zukunftsmusik, unterstrich Standesamtsleiterin Monika von Roth im Hauptausschuss. Einen ersten Schritt hin zu einem zeitgemäßeren Friedhof sollte die Stadt 2008 allerdings dringend machen, empfahl sie. 'Denn derzeit findet bei etwa 20 Prozent unserer Sterbefälle die Beisetzung in anderen Kommunen statt', verwies sie auf fehlende Angebote für moderne Bestattungswünsche.

Das Problem: In Einzelbereichen des Friedhofs gebe es zwar bis zu 50 Prozent Leerflächen - doch man könne die Gräber dazwischen selbstverständlich nicht einfach umbetten, um so eine Neugestaltung ganzer Sektionen zu erreichen. Also müsse man Zug um Zug kleinere Flächen umgestalten.

'Ein Friedhof ist fast schon ein Stück Kultur für das jeweilige Zeitalter', sprach sich Stadrat Harald Dreher (Grüne) dafür aus, der 'neuen Zeit' im Einklang mit den alten Grabdenkmälern Raum zu geben. Eine Gemeinschaftsgrabanlage hielt er für den richtigen Ansatz, ebenso wie Stefan Hollfelder (CSU). Wobei Letzterer die Frage nach dem Unterhalt stellte: 'Der bleibt ja wohl bei der Stadt hängen?', vermutete er, was Monika von Roth bestätigte.

SPD-Fraktionsvorsitzender Armin Ländle plädierte dafür, die Umgestaltung in kleinen Sektionen zu beginnen und bei entsprechender Resonanz fortzusetzen. Wobei Steinmetz Herbert Baldauf überzeugt war, dass das Risiko für die Stadt gering sei: 'Die Nachfrage ist da, das Geld kommt bald wieder rein.' In seinen Augen erhält der Gottesacker so ein besonderes Angebot - und kann der Verlagerung von Bestattungen begegnen.

Skeptisch wurde die Neugestaltung von Doris Pfister (CSU) bewertet. Sie regte die Umwandlung freier Areale in Grünflächen und das Aufstellen von Bänken an. 'Dort gemeinsam zu sitzen, ist ein Stück Trauerarbeit', betonte sie.

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